ane gebieten
stV.
1
‘etw. anbieten’
→ ane bieten
2
‘etw. gebieten’
1
‘etw. anbieten’
→ ane bieten
2
‘etw. gebieten’
daz dichtet der phaphe Wernere, / von Elmindorf der capelan, / vnd hatez durch daz getan, / wandez ane gebot vnde bat / der probist von Heligenstat Elmend
A 11
MWB 1 235,25; Bearbeiter: Diehl
anegeborn
Part.-Adj.
→ ane bërn
MWB 1 235,30;
ane gebürn
swV.
meist mit Akk., selten Dat.d.P. ‘jmdm. zustehen’
die erben sullen ze der witwen ûf daz guot varn [...] durch daz si bewarn, daz des guotes iht verlorn werde des si an gebürt SpdtL
99,19.
102,16;
uf sin selbes erbe er bleib, / daz in angeburte Pass III
427,47;
und die bet und stiuͦr suͤllen die vorgenanten vier stete alle jar geben nach dem, als ie die stat angebuͤrt [ihr auferlegt ist]
UrkFriedb
157
(a. 1346);
daz im alle tage 4 phennige angeburtent ClosChr
106,14
MWB 1 235,31; Bearbeiter: Diehl
anegedæhtnisse
stNF.
‘Erinnerung’
ze angedaͤchtnúss diner not, / das du den bittern tod / durch menschlich kúnne hast erlitten KvHelmsd
3981
MWB 1 235,41; Bearbeiter: Diehl
anegedenken
stN.
→ ane denken
MWB 1 235,44;
anegedenklich
Adj.
‘eingedenk’
auch was di frouwe gude / [...] angedenclich alle wege, / mit grozer ersamekeit / zu godes dienste wol gereit Elis
8568
MWB 1 235,45; Bearbeiter: Diehl
anegedenkunge
stF.
‘Denken, Erinnerung an etw.’ (mit Gen.):
von anegedenkunge dienstes Boner
47,Überschrift;
von anegedenkunge des tôdes ebd.
87,Überschrift
MWB 1 235,48; Bearbeiter: Diehl
anegehenge
N.
‘Anfang (?)’ (als Ggs. zum gleichfalls unklaren nachgehenge):
ein prislich anegenge / mit swacher afterlenge / den selden ist zu strenge. / swach an-, gut nachgehenge / in gote sich zert [wenn etwas nach schlechtem Anfang Gutes erbringt, endet es mit Gottes Segen]
Frl
6:5,14
MWB 1 235,52; Bearbeiter: Diehl
anegehœrde
stF.
nur in der Wendung ze ~
mit Verben des Sprechens ‘vor jmds. Ohren; in (jmds.) Anwesenheit, Hörweite’
Moẏses zuͦ dem volche sprach / zir angehorde und ze ir gesiht RvEWchr
11584;
der aber tugentlôs ist, der ist unwert in aller liute herzen, swie im doch sumelîche durch ir genäsche oder durch vorhte ze angehœrde mithellen unde valschlîchen liepkôsen DvASchr
310,1
MWB 1 235,59; Bearbeiter: Diehl
anegehœre
stN.
nur in der Wendung ze ~
mit Verben des Sprechens ‘vor jmds. Ohren; in (jmds.) Anwesenheit, Hörweite’
des las Sophonias den brif zu angehore [
in auribus
] des prophetin Jeremien Cranc
Jer 29,29;
sy [...] tatin kunt alle dise rede zu angehore [
audiente rege
] dem konige ebd.
Jer 36,20.
Jes 36,11
MWB 1 236,3; Bearbeiter: Diehl
ane gehœren
swV.
→
2ane hœren
MWB 1 236,10;
anegênde
stN.
‘Anfang, Beginn’
du sold wizen daz van anegende minez lebenez der duifel mir vil leidez getan hat HlReg
82,27;
von dem aͮnegende bis an das ende derselben messe UrkEssl
241
(a. 1321 kopial);
sît anegênde der werlte PrBerth
1:2,10
MWB 1 236,11; Bearbeiter: Diehl
anegêndes
Adv.
‘anfangs, sogleich’
daz dv anegondes zuͦ dem aller ersten nemest dine lieben biren MerswZM
15,22
MWB 1 236,17; Bearbeiter: Diehl
anegenge
stN.
1
‘Anfang, Ursprung’
2 selten räumlich ‘Anfang’
1
‘Anfang, Ursprung’
noch redete wir gerne mêre / von dem anegenge [der Welt]
Aneg
2236;
[darum] ist diß mere geheißen an dem anegenge [des Buches] ‘das mere von der koniginne mit den großen ruwen’ Lanc
15,15;
sost niht sîn [des Menschen] anegenge / wan jâmer unde nôt. / sîn êrste stimme ist weinen KLD:Kzl
1: 4,7;
got, vater ewich, ist daz angengi / allir guoten dingin SuTheol
1.
– oft in Verbindung mit Antonymen zum Ausdruck für zeitliche oder göttliche Unbegrenztheit:
ein warer got ist an angeng und immer an ende PrOberalt
110,27;
von anegenge unz an daz ort RvEBarl
13484;
von anegenge unz an daz zil ebd.
16047;
von dem angenge unze an daz trum AvaLJ
207,2.
– im Sprichwort (vgl. TPMA 1,146f.):
wan nâch trûrigem anegenge / dicke ein vrœlich ende chumt KvHeimHinv
16
2
selten räumlich ‘Anfang’
sô daz houbet ein anegenge ist des menschen, sô sul wir des buoches an dem houbet beginnen Barth
128,18
MWB 1 236,20; Bearbeiter: Schnell
anegengelich
Adj.
‘ am Anfang stehend, ursprünglich’
daz anegengeliche buoh [interl. zu principalis liber
]
PsWindb
39,Oratio(Anm.);
die angengelichen scvlde [interl. zu originale crimen
]
PsM
H 88,3
MWB 1 236,40; Bearbeiter: Schnell
anegengen
swV.
1
‘(etw.) beginnen, anfangen’
intr. 2
‘jmdm. (als Vorzeichen) entgegenkommen, begegnen’ (vgl. aneganc 2 )
1
‘(etw.) beginnen, anfangen’
– intr.:
die vier schvlde die angengôtin an dem erstim mennisch Spec
6,22;
daz erbe der sele beginnet danne anegengen PrLpz
271,23.
– refl.:
div gnade div angengete sih an dirre naht; von div heizet si div wihe naht Spec
20,19;
diu gnade [...] anegenget sich elliu an disem tage PrHoff
85,18.
91,2.
– tr.:
wan da angenget der gvͦt sant Johannes sin ewangelium Konr
3 W1,166;
der die sunnen enphenget, / den hâstû [Maria] ganegenget [geboren]
RvZw
Leich 88;
daz daz vrône opher hiute alreste ganegengit wart Spec
51,18
2
‘jmdm. (als Vorzeichen) entgegenkommen, begegnen’ (vgl. aneganc 2):
wizzet, swem der anegenget an dem morgen fruo, / deme gêt ungelücke zuo Walth
118,16
MWB 1 236,44; Bearbeiter: Schnell
anegenomenheit
stF.
1
‘das Angenommenhaben’
2 die erworbenen Eigenschaften des Menschen (in myst. Texten)
1
‘das Angenommenhaben’
er hœret Kristum geborn von dem vater in voller glîcheit des vaters mit angenomenheit unserer menscheit Eckh
2:428,10
2
die erworbenen Eigenschaften des Menschen (in myst. Texten):
kint, soltu in Got geinniget und verwandelt werden, so muͦstu an dir selber verwerden [dich selbst aufgeben] und aller eigenheit und minneklicheit und wúrklicheit und angenummenheit in aller der wise do du dich selber besessen hast Tauler
314,9;
so wenet der besessene mensche dicke das es alles Got si das in ime wúrket: so ist er es alles selber und ist sin eigen werg und sin angenummenheit und guͦtduncklicheit ebd.
307,23
u.ö.;
jr wizzent wol, daz die spis muͦst verwerden in der uffart vnd all die groblichen an genomenhait, die Christus an sich genomen hatt, die belaib in der zit Katrei
343,34
MWB 1 236,60; Bearbeiter: Diehl
anegêntlich
Adj.
‘am Anfang stehend, anfänglich’
da wirt fundenn der anegentlich fürsatz und der endlich HvHürnh
3,23
MWB 1 237,14; Bearbeiter: Schnell
ane gerâten
stV.
‘jmdn. angreifen’
ob man sie mit keinem kriege an geriet Loheng
749;
dî roten er angerît / ûf der wiltnisse verre / menlîch mit strîtis werre NvJer
22275.
– mit Inf. mit ze
‘anfangen’
iz was ouch wol um sextezît / dô man ze richten an gerît JvFrst
7810;
er [Joseph von Arimathia] Pilatum angerît / zû biten gar mit vlîze / daz er in abe nemen lîze / ab dem krûze ebd.
11062
MWB 1 237,17; Bearbeiter: Diehl
anegerüere
stN.
‘Berührung’
unser minnen / beleib ân angerüere. / der ez wolt, ich swüere / sîn mit tûsent eiden, / diu triuwe an uns beiden / ist aller argen sinne bar Reinfr
10053
MWB 1 237,25; Bearbeiter: Diehl
ane gerwen
swV.
‘sich anziehen’ (vgl. gerwe):
er gerwet sich an, sicherlîch, / alsam ein bâbest rîch EnikWchr
22589
MWB 1 237,29; Bearbeiter: Diehl
anegescheftec
Adj.
‘beschäftigt’
dar nach betrahte wie sin sele [...] mit tusent noͤten angeschaͤftig ist PrGeorg
332,10
MWB 1 237,32; Bearbeiter: Diehl
ane geschëhen
stV.
‘jmdm. geschehen, zugefügt werden’
dô Jêsu der tôt angeschach, / in der welte man dô sach / regenen bluot WvRh
11954
MWB 1 237,35; Bearbeiter: Diehl
anegeschouwe
stF.
‘Anblick’
sine iunger werde / frevten sich siner angeschowe Wernh
A 4653
MWB 1 237,38; Bearbeiter: Diehl
anegeschouwede
stF.
‘Anblick’
wan sin gotlich angeschoͮwide ist ain paradys PrGeorg
251,10 App.
MWB 1 237,40; Bearbeiter: Diehl |