ane rîhen
stV.
‘jmdn. auf etw. spießen’ (mit Akk.d.P. und Dat.d.S.):
ir muost auch maenger tôd ligen / gespitzen steken angerigen HvdHageMarg
66
MWB 1 265,5; Bearbeiter: Schnell
anerihte
stF.
‘Ort zum Anrichten von Speisen’
zer anrihte [...] / Rûmolt gab die brâten Bit
12016;
cyborium uel cenaculum: anricht VocBV432
4:183,53
MWB 1 265,9; Bearbeiter: Schnell
ane rihten
swV.
mit Akk.d.S. ‘erschaffen, ordnen, gestalten, herrichten’
Got [...] / der alle tugent an richtet HeslApk
2437;
recht also hat gotz gewalt / dw natur gerichtet an Teichn
396,49;
beide frauwen unde man / her nach ir leben riechten an Elis
1842.
–
‘etw. (Speisen) zubereiten, anrichten’
ruͤr ez [
kirsenmuͦz
] denne mit eyers totern. vnd strauwe wuͤrtze dor vf, so manz an rihten wil BvgSp
82;
do rúchet die kuchin so wol der edelen guͦten spise die do wurt angerichtet Tauler
98,17;
swenn man da ze dem alter daz hilig oppfer an richtet, so mischet man daz wazzer zu dem wein PrOberalt
79,27;
Lucid
97,20;
StatDtOrd
67,3.
– mit Dat.d.P. und Ersparung des Akk. ‘das Essen für jmdn. anrichten’
woͤlt ir niht zetisch gan? / sol man ew nu rihten an? Teichn
555,14
MWB 1 265,12; Bearbeiter: Schnell
ane rinnen
stV.
‘beginnen zu rinnen’
die zahere in ane runnen [die Tränen traten ihm in die Augen]
Gen
2314
MWB 1 265,28; Bearbeiter: Schnell
anerîs
stN.
Recht auf über die Grenze hängende Baumfrüchte:
dc wir vnsir lidic eigen [...] also, dc ez nicht anris gebin sol [...], verkoͮfit [haben]
UrkCorp (WMU)
35,18;
unum pomerium [...] et jus quoddam vulgo dictum ein anreis, quod provenit de arboribus sitis in villa Brucke UrkBasel
3:7,6
(a. 1291)
MWB 1 265,31; Bearbeiter: Schnell
ane rischen
swV.
refl. ‘eilen, stürmen’
starc menlich er sich anrischte, / in der zit er da irwischte / Gorgiam Macc
10423
MWB 1 265,38; Bearbeiter: Schnell
ane rîten
stV.
‘jmdn. zu Pferd angreifen’
daz er den helm ûf næme / und rite aber Tristanden an Tr
7037;
er nam daz ros mit den sporn / vnde begunde in ane riten / vnde stach in durch die siten Herb
4531;
Wig
468;
Eckh
5:48,13;
NvJer
19767.
– subst.:
ach, sag mir: der nu an dem ersten anritenne [bei einem Turnier] kech ist, weri daz genuͦg? Seuse
149,21;
gegen ieren vigenden sy do ritten. / ein anritten da geschach GTroj
18071.
– mit Präp.-Obj.: ‘heranreiten’
daz si [die Heiden]
[...] zuo den kristen riten an Ottok
47609
MWB 1 265,41; Bearbeiter: Schnell
aneruch
stM.
‘übler Ruf, Schande’
daz Maria allen anroch [
infamia
] vormide Brun
1992
MWB 1 265,52; Bearbeiter: Schnell
ane rüefen
swV.
(im Präs. nicht immer zu unterscheiden von ane ruofen stV.)
1
‘jmdn. anbeten, anrufen, (um etw.) anflehen’
2
‘jmdn. laut ansprechen, anschreien’
1
‘jmdn. anbeten, anrufen, (um etw.) anflehen’
Joseph got ane ruofte Gen
1843;
durch dînen heiligen namen den ane ruofte mîn ano Abraham ebd.
2685;
die ruͦften sant Erasmen an mit disen worten Konr
13,82;
dô quam ouch ich [der Blinde] dâ er [Christus] was / und ruofte in an umbe lieht KvHeimUrst
603;
er [der Drache] ruofte den recken dicke an, / daz ern durch got kuste UvZLanz
7850;
PrOberalt
54,19.
54,21
2
‘jmdn. laut ansprechen, anschreien’
zehen gewapent ritter [...], die yn anerufften das er den schilt bößlich hinweg fúrte Lanc
591,4.
MWB 1 265,54; Bearbeiter: Schnell
anerüeftec
Adj.
nur in der Wendung
~ werden
‘ein Gericht anrufen’
das alle die lute [...] in beiden houen sun gan vur des gothuses richter, swenne si anruͤftig werdent UrkCorp (WMU)
393,31
MWB 1 266,3; Bearbeiter: Schnell
ane rüeren
swV. tr.
1 physisch 1.1
‘jmdn./etw. anfassen, (mit der Hand) berühren’
1.2
‘etw. anrühren, von etw. Gebrauch machen’
1.3
‘in Berührung mit etw. kommen’
1.4
‘jmdn. (zu Pferd oder zu Fuß) angreifen’
2 geistig, emotional ‘jmdn. berühren, auf jmdn. einwirken’
3
‘jmdn. betreffen, sich auf etw. beziehen’
4 intr., Jägerspr. ‘eine Spur hinterlassen’ (eigentl. von Wild, hier übertr.)
1
physisch
1.1
‘jmdn./etw. anfassen, (mit der Hand) berühren’
aber wie leicht man in anrüert, sô zeucht er [
der erdsneck
] diu hörner ein BdN
303,4;
wer mich ane wölte grîfen, der müeste mîn kleit ze dem êrsten anerüeren Eckh
5: 228,5;
rüerest dus [in sexueller Absicht] an [...] / wider ir willen, daz si dir / wirt nimmer holt UvLFrd
352,14.
– übertr.:
ich hân den bitterlîchen tôt / gerüeret an mit mîner hant EnikWchr
909
1.2
‘etw. anrühren, von etw. Gebrauch machen’
dîn schaz ist gefüeret zuo fremeden künicrîchen. / dîn hort ist an gerüeret Kudr
817,4;
min vinger wol getan / von kost nicht wolde ruren an Hiob
2136;
[der Hund] engetar es [das Fleisch] nút an ruͤren Tauler
204,13
1.3
‘in Berührung mit etw. kommen’
[wenn eine Biene] den paum anrüer, si sterb BdN
350,2;
[weil] diu kelten sänfticleichen anrüert diu wolken, sô macht si klaineu tröpflein ebd.
81,29;
wër dy sel also hoche auf gezogen [...] an ir hochsten freyhait, daz sy got an rürt an sein blosse götleiche natur Eckh
3:416,5;
Daniel
6021
1.4
‘jmdn. (zu Pferd oder zu Fuß) angreifen’
hie mite ruorter in aber an Tr
6977;
Tristan ruort aber den trachen an / der trache wider an den man ebd.
9009
2
geistig, emotional ‘jmdn. berühren, auf jmdn. einwirken’
so ist si [die menschliche Natur] geborn, daz si in etlicher wis anrüeren mag daz worte ThvASu
42,3;
ist, daz dich dehein dinc ûzwendic anerüeret ze würkenne, wærlîche diu werk sint alliu tôt [...]. und suln dîniu werk leben, sô muoz dich got inwendic anerüeren in dem innigesten der sêle Eckh
2:259,19
3
‘jmdn. betreffen, sich auf etw. beziehen’
daz nieman getar gelauben niht / dem andern keinerley geschicht, / daz uch, fraw Mynne, an ruͤret Minneb
3975;
jst, das si cheines lehens iêhent von eime anderme herren, das doch den marcgrauen ane ruͤret UrkCorp (WMU)
94,3
4
intr., Jägerspr. ‘eine Spur hinterlassen’ (eigentl. von Wild, hier übertr.):
ez hât hie angerüeret des lop mit lobe nieman kan erlangen [Gott]
Hadam
84,6
MWB 1 266,7; Bearbeiter: Schnell
anerüerunge
stF.
‘Berührung, Veranlassung’
alle die werck die du würckest von außwendiger anruͤrung oder bewegung Eckh
2:259,5 App.;
was die aussern sinn begreiffent, als sehen, hoͤren, kosten, smekchen vnd mit anruͤrung, das greiffen haist KvMSel
505
MWB 1 266,48; Bearbeiter: Schnell
aneruof
stM.
‘Anrufung’
daz dan der unguter / schalk [...] uf so tummen anruf / der werlde sich Got nennet HeslApk
19384
MWB 1 266,54; Bearbeiter: Schnell
ane ruofen
stV.
(im Präs. nicht immer zu unterscheiden von ane rüefen swV.)
1
‘jmdn. anbeten, anrufen, (um etw.) anflehen’
2
‘jmdm. zurufen, jmdn. laut ansprechen, anschreien’ (mit Akk.d.P., meist mit wörtlicher Rede im Anschluss)
1
‘jmdn. anbeten, anrufen, (um etw.) anflehen’
der wec wart vinster unde tief, / daz sî got ane rief / daz er ir nôt bedæhte Iw
5792;
daz dû in [Gott] morgen wilt mit ernste aneruofen und biten Eckh
5: 415,8;
gê in dein kämerlein und rüef in [Gott] an mit beslozner tür BdN
218,36;
so wir den almæchtigen got an ruͤffen PrOberalt
54,21;
subst.:
daz aneruofen und gebet enwil got niht morgen erhœren Eckh
5: 415,8
2
‘jmdm. zurufen, jmdn. laut ansprechen, anschreien’ (mit Akk.d.P., meist mit wörtlicher Rede im Anschluss):
der ungehiure rise erschrei / und rief Tristanden lachend an: / ‘sô gehelfe iu got, hêr Tristan! [...] ’ Tr
16029;
di sine er an rief; / er sprach ‘ [...]’ Rol
8578;
als er intslief got in ane rief Gen
1671;
Herb
11811;
da qwam der dritt und rieff yn freischlich an Lanc
555,14;
und rief mich an mit so grossem grimme, das mich sere grúsete Mechth
4: 12,54
MWB 1 266,57; Bearbeiter: Schnell
aneruofunge, anerüefunge
stF.
‘Anrufung’
got an dih der getruwenten sterche zuowis gnadiger ladungen, anruoffungen unseren [interl. zu adesto propitius invocationibus nostris
]
WindbGeb
495;
nu wirt der touffe [...] geheiliget in der anrüefunge [
invocatio
] unde in der craft der driveltikeit ThvASu
128,25;
Pilgerf
13293
MWB 1 267,13; Bearbeiter: Schnell
anerûschunge
stF.
‘Angriff’ (vgl. rûschen):
impetus: anvertunge, anrûschunge VocAbstr
358
MWB 1 267,20; Bearbeiter: Schnell
anesage
stF.
→ anesæje
MWB 1 267,22;
anesage
swM.
1
‘Verkünder, Überbringer (einer Nachricht)’
2
‘Zeuge, Gewährsmann (vor Gericht)’
1
‘Verkünder, Überbringer (einer Nachricht)’
wir wærn darzuo ze swach, / [...] daz wir zwischen sô hôhen fursten / solher rede wærn ansagen Ottok
27572
2
‘Zeuge, Gewährsmann (vor Gericht)’
daz der man auf den andern sait [...], dez sol er seinen ansagen stellen, wer ims gesait hab RbRupr
318;
mein herren sint uberain worden [...], swer ieman grausen von dem andern sagt, [...] daz er in ze hant frag, ob er sein woll ansag sein StRRegensb
118
MWB 1 267,23; Bearbeiter: Schnell
ane sagen
swV.
1
‘jmdn. (einer Sache) beschuldigen, anklagen’ , mit Akk.d.P. (und Akk./Gen. d. S.) 2
‘(jmdm.) zusagen, eine Zusage geben’ , stets in Verbindung mit abe sagen
1
‘jmdn. (einer Sache) beschuldigen, anklagen’, mit Akk.d.P. (und Akk./Gen. d. S.):
daz si lugenlîchen gar / die frouwen habent an geseit, / wan ez ist lug und niht wârheit EnikWchr
18817;
hie vor ist man si war an sagende JTit
5645,3;
etswer seit Tristanden an / dise schulde und dise inziht Tr
15380;
des ich valschlîch wart angeseit Boner
35,52.
– mit Refl.-Pron.:
dâ von solt dû dich des niemer ze unsælden an gesagen, daz dû niht kinde enhâst PrBerth
1:160,24
2
‘(jmdm.) zusagen, eine Zusage geben’, stets in Verbindung mit abe sagen:
ern hât mir an noch ab gesagt Parz
368,20;
‘in rouch’ sagt weder abe noch an [‘es ist mir egal’ sagt weder ab noch zu]
RvZw
173,1;
wir wellen an oder ab / in vil kurzen tagen / iwerm herren sagen Ottok
12398
– Zu ane sagen in Aufforderungssätzen →
ane
Adv., Präp. 1.1
MWB 1 267,33; Bearbeiter: Schnell
anesæje (?)
stF.
‘Aussaat’ (?):
und [...] schicket er [Gott] den wynt Affricum mit wachtelen anesage [mit einem Herabregnen von Wachteln; lat. Text folgt hier Nm 11,31]
PsMb
25(Glossar)
MWB 1 267,51; Bearbeiter: Schnell
anesaz
stM.
‘(Gebühr für die) Einleitung einer Rechtssache’
wenne ein abbas och den vogt ladet in den hof umb sinen bresten, so soll er drin kommen [...], und sol denen dem vogt geben fünff schillinge ze ansatze UrkEls
2,163
(a. 1339);
sol och der vogt [...] mit in den dinkhof kommen [...]. vnd wenne das beschiht, das er dar in wirt beruffet, so sol man im ze ansacz geben v ß [5 Schillinge]
WeistGr
4,181
(14. Jh.)
MWB 1 267,55; Bearbeiter: Schnell
anesæzec
Adj.
‘ansässig (mit festem Wohnsitz)’
da sol man in niht vmbe vesten [festsetzen] , der ansæzzich ist. dem selben sol man fvͤrbieten vnd sol er daz reht tuͦn UrkCorp (WMU)
3305,15
MWB 1 268,1; Bearbeiter: Schnell
ane scheften
swV.
‘etw. befestigen, in einen schaft stecken’
einen schafft vil swere / [...] da was ein stefft / oben von gold an geschefft Krone
14688;
dort rîtet einer nâch uns her / under schilde und füeret sper. / [...] sô schiftet ouch mir mînez an [steckt auch meine Speerspitze in den Schaft]
Bit
2774
MWB 1 268,5; Bearbeiter: Schnell
ane schicken
swV.
‘jmdn. befehligen’
her Fridrich was ir aller hoptmann, / er kund sy wol schicken an FrSchw
3782
MWB 1 268,12; Bearbeiter: Schnell
ane schieben
stV.
refl. ‘sich jmdm. annähern’
so wier anders nieman lieben, / so well wiͤr uns got an schieben Teichn
12,36
MWB 1 268,15; Bearbeiter: Schnell |