âbentschîn
stM.
‘Abendlicht’
alters fröude und âbent schîn / mügen wol gelîch ein ander sîn Renner
10403;
dem si [Maria] ist ein morgenstern / und dar zu ein abentschin MarLegPass
Anh. 65
MWB 1 45,8; Bearbeiter: Plate
âbentschouwen
stN.
‘Ausschau am Abend’
min abent schouwen uz venstern uber heide [...] nach liebem fruͤnde JTit
799,1.
– übertr. (vgl. dazu âbentbekanntnisse):
in dem schouwen götlîches wesens, in der morgenstunde, niht in dem âbentschouwen Eckh (Pf)
328,34
MWB 1 45,13; Bearbeiter: Plate
âbentsëgen
stM.
‘Abendgebet’
mîn âbentsegen und mîn morgensegen / daz ist allez mit der minneclîchen gar, / daz sî mîn flîzeclîche welle pflegen / und behüeten swar ich in den landen var KLD:RvB
1:3,1;
‘abendlicher Segenswunsch (zum Abschied)’ (?), bildl.:
im wart der welte abent segen / in der sünden naht gebotten / von sinen valschen abgotten Martina
226,24
MWB 1 45,19; Bearbeiter: Plate
âbentsende
Part.-Adj.
‘nach dem Abend sich sehnend’ (Lexer) oder ‘abendlich / nächtlich sehnsuchtsvoll’?:
owê vil manger âbentsender [Hs. abent sender
] klage, / diu mich twanc unz morgen gen dem tage KLD:OvB
4:2,8;
oder ist âbent als Gen.Pl. aufzufassen ("der schmerzvollen Klage so vieler Abende", BMZ 1:4a,44)?
MWB 1 45,27; Bearbeiter: Plate
âbentsolt
stM.
‘später Lohn’, Minnelohn einer alten Frau:
ê denne ir begundet leben, / dô hâts uns minnelôn gegeben. / welt ir nâch âbentsolde / iuwern jungen lîp dâ pînen RvZw
282a,9
MWB 1 45,34; Bearbeiter: Plate
âbentspil
stN.
‘Abendvergnügen’
[die vröude der Trunkenheit] machet muot ân êre geil, / ir âbentspil lîp unde sêl unêret RvZw
115,12
MWB 1 45,38; Bearbeiter: Plate
âbentspîse
stF.
‘Abendessen’, das Mahl wie die Speise selbst:
paide wilprett und vische / was ir abend speyse HvNstAp
14191;
nâch der âbentspîse engât kein ander spîse Eckh
1:327,2.
– besonders für das Abendmahl Christi und das Altarsakrament:
Christ bî der âbentspîse / schein in eigner sînr gestalt JvFrst
2348;
got gibit sich alliz daz he ist, in der abintwirtschaft zu einir âbintspîse sinen libin jungerin. Parad
57,25
MWB 1 45,41; Bearbeiter: Plate
âbentstërne
M.
‘der Abendstern’
Venus [...] heizent wir den abent sternen vnde den morgen sternen Lucid
47,17;
er haizt auch der âbentstern, wenne er des âbendes auf gêt nâch der sunnen underganch BdN
62,11.
– im Pl. ‘die Sterne des Abendhimmels’
nu sich, die abent sterne, / der nachte vurboten, kumen Vät
35168
MWB 1 45,50; Bearbeiter: Plate
âbentstunde
F.
‘Abendzeit, Abend’
ez was abunt stunde. / betten man in begunde, / im vnde sinen gesellen al Herb
1135
u.ö.;
an der abunt stunde / [...] bleib der kuninc Tyrus / di naht in einem iagehus Pilatus
2,25;
in einre demerunge [...] dâ man ûfgên di sternen sach, / an einer âbentstunden NvJer
26848;
MarLegPass
7,74;
KarlGalie
6193
MWB 1 45,57; Bearbeiter: Plate
âbentsunnenschîn
stM.
‘Abendsonnenschein’
in mîner âbentzît [Alter] ich bin / [...] mîn âbentsunnenschîn ist bleich RvZw
180,4
MWB 1 46,1; Bearbeiter: Plate
âbenttanz
stM.
‘Tanz am Abend’
sî sprach: ‘ich wil beginnen / und machen einen âbenttanz.’ HeidinIV
1643
MWB 1 46,4; Bearbeiter: Plate
âbenttenzel
stN.
‘Tanz am Abend’
wir treten aber ein hovetänzel [La. âbent tenczel Kd bei Haupt/Wießner zu 40,24
] nâch der gîgen Neidh
WL 4:3,12
MWB 1 46,7; Bearbeiter: Plate
âbenttisch
stM.
‘Abendessen’, hier für das Abendmahl Christi :
[Christus] der [...] an den grunen dunresdag / sin cleit ouch hine zu dune plag / nach dem abentdisse Elis
2923
MWB 1 46,10; Bearbeiter: Plate
âbenttranc
stM.
‘Umtrunk am Abend’
man truoc al umb und umbe dar / [...] guot trinken [...]. als sich ante [endete] der âbenttranc [...]
UvEtzWh
1806;
einis âbindis solde / der vogit [...] trinkin sînen âbinttranc, / darzû er hatte ouch durch danc / geladin des landis bestin NvJer
10899
MWB 1 46,14; Bearbeiter: Plate
âbenttrinken
stN.
klösterlicher Brauch an Fastentagen:
diz ist von dem âbenttrinkene. / alle tage, sô man vastet, sô sulen die brûdere collacione halden [...] an dem tage, sô collacio ze halden ist, sô sulen die brûdere nâch vespere vor complête zu trinkene zu collacien kumen unde sulen dâ gote gnâde sagende nemen daz trinken, daz man in dâ schenket StatDtOrd
43,27
MWB 1 46,20; Bearbeiter: Plate
âbenttückelîn
stN.
‘kleiner Betrug am Abend’
ich sach iuch ein âbenttückelîn begân; / ein tumber gouch, daz ist noch ungerochen MF:Reinm
64: 1,6
MWB 1 46,28; Bearbeiter: Plate
âbenttunkele
swF.
‘Abenddämmerung’
der [
tac
] ne wart nie morginliche intlvtit [l. entliuhtet ‘erleuchtet’] . noch mit abindetvnchelin virselwit PrWack
4,46
MWB 1 46,31; Bearbeiter: Plate
âbentvröude
stF.
‘Abendunterhaltung’
in abent vreude hute dich wol, / dar an man zuht erkennen sol, / so spottet man din des morgens niht, / daz doch nu vil lihte geschiht ErzIII
36,141
MWB 1 46,35; Bearbeiter: Plate
âbentwint
stM.
‘abends aufkommender Wind’
ez hêt ein âbentwint / ze Wâleis in die marke gefüeret vil der helde Kudr
493,2
MWB 1 46,39; Bearbeiter: Plate
âbentwirtschaft
stF.
‘Festmahl am Abend’
ein mensche machete eine âbentspîse, eine grôze âbentwirtschaft. swer des morgens wirtschaft machet, der ladet allerleie liute; aber ze der âbentwirtschaft ladet man grôze liute und liebe liute und gar heimlîche vriunde Eckh
1:342,2. 3;
vil maniger [...] / vuͦrsumen wil / des richen kuninges gave. / sin abentwirtscaft ist bereit, / swer sich da wil zuͦ vursten lazen machen Reinolt
2:3,6;
cena daz ist also vil gesprochen also ‘ein abunt wurtschaft’. nach dem abuntessende envolget keine wurtschaft me noch nút arbeitendes eigenlichen, sunder rasten Tauler
89,20.
– besonders das Abendmahl Christi und das Altarsakrament:
man begât hiute in der kristenheit den tac der âbentwirtschaft, die unser herre machete sînen jüngern, sînen heimlîchen vriunden, dô er in gap sînen heiligen lîchamen ze einer spîse Eckh
1:342,5.
1:343,15;
meister Eckart bewisit hi wi di inphaunge unsis herrin lichamen heize ein abintezzin, und wilich di knechte sin di zu der abintwirtschaft ladin Parad
3,10
MWB 1 46,42; Bearbeiter: Plate
âbentwolf
stM.
Übersetzung von lupi vespertini bzw. lupi vesperi:
di abentwolve Cranc
Hab 1,8.
So 3,3
MWB 1 47,1; Bearbeiter: Plate
âbentzît
stF.
‘Abendzeit’
ez was in der abunt zit Herb
14023;
an der abend zeyt HvNstAp
9702;
RvEWh
11023;
Cranc
Zach 10,1;
ouch sîget der tac sêre / gegen der âbentzîte Tr
2515;
diz triben sî von morgen / nâhe biz gên âbentzît Reinfr
25581.
– übertr. ‘Lebensabend’
in mîner âbentzît ich bin RvZw
180,1
MWB 1 47,3; Bearbeiter: Plate
abe nutzen
swV.
‘nießbrauchen, den Ertrag nutzen’
swanne daz vorgenante closter abgenutzet die vorgeschriebenen fünfzig phunt heller
2DWB
1:629,31
(Hs. Arch. Neuenstein)
MWB 1 47,10; Bearbeiter: Tao
abe|nuz
stM.
‘Nießbrauch, Nutznießung (eines Pfandes)’
süllen si [...] die burg, lüte vnd guot vnd gerichte [...] niessen vnd han für ir recht phant ze abe nvtze UrkEidgenG
5,1:479
(a. 1324);
vmb den vorgeschriben abnutze ebd.
5,1:479
(a. 1324).
– wie abniezendes phant
→
abe nieʒen
stV.
MWB 1 47,14; Bearbeiter: Tao
abephendec
Adj.
~ werden
‘durch Verpfändung entzogen werden’
der keiser enwolt nie gestaten, daz man kein lehen versatzte, durch daz daz [...] ez zu male den rechten erben icht enpfremdet [La. abephendig
] werde KlKsr
3,23;
~ gut
ebd.
3,10
(La.)
MWB 1 47,20; Bearbeiter: Tao |