abe drëschen
stV.
doch hôrte ich balde ab dreschen [loslaufen] / [...] aller hunde houfen Hadam
117,2.
118,2
(vgl. abe rihten)
MWB 1 12,13; Bearbeiter: Tao
abe dringen
stV.
‘etw. von jmdm. wegdrängen’
der vorderer sal einis urteilis biten: ab sich daz pfert intrucke, als he iz angrifen sal [beim Eid mit der Hand anfassen zum Zeichen der Besitzergreifung] , oder ab iz im abegedrungen werde StRFreiberg
90,18.
–
‘jmdm. etw. mit Gewalt abgewinnen’
waz sî heidenischir lant / hernâch mit strîtendir hant / den heidin abgedringin / mochtin unde betwingin NvJer
1758
MWB 1 12,16; Bearbeiter: Tao
abe dröuwen
swV.
‘jmdm. etw. durch Drohung abnötigen’
obe yn [den Sack] yemands [...] wolde nemen dir / und dir den wolde abe drauwen Pilgerf
3536;
Ottok
13390.
82180
(La. zu abe erdröuwen)
MWB 1 12,25; Bearbeiter: Tao
abe drücken
swV.
‘abquetschen’
in dem valle / kam undir si [Amme] der kleine knabe. / die fuͤze druchte si im abe, / [...] er muͤste iemer mere wesin / ze gende an beidin fuͤzen lam RvEWchr
27578;
übertr.:
owê da man sie hin zuchte / vnd in daz leben abdrukte Wernh
D 4926
MWB 1 12,30; Bearbeiter: Tao
abe drumen
swV.
1
‘etw. ab-, losschlagen, -reißen’
2
‘(einen Teil der Rede) weglassen, übergehen, (eine Rede) kürzen’
3 refl., ‘verschwinden’
1
‘etw. ab-, losschlagen, -reißen’
dem herren daz gar sêre vrumt, / daz er abe het gedrumt / des zagels drîer klâftern mâz HeidinIII
1506;
der vlegel danne drumet / abe die grete [die Grannen von den Ähren]
Daniel
2314
2
‘(einen Teil der Rede) weglassen, übergehen, (eine Rede) kürzen’
ein teil wolt ich han uz genumen, / zu mol wil ich daz abe drumen Physiogn
112.
330.
351;
jch wil die red trummen abe, / jch furcht, das euch zu lanck habe MinneR 1
326
3
refl., ‘verschwinden’
wann in sint unstet sinne bi [...] in wil der wille balde kumen / und wil sich schier abedrumen Physiogn
70
MWB 1 12,36; Bearbeiter: Tao
abe|ein
Adv.
‘voneinander’ (s. a. abe und ein):
er kan sie ab ein gescheiden heizen / rehte als ein hirte schaf von geizen EvStPaul
1509
MWB 1 12,49; Bearbeiter: Tao
abe eischen
V.
‘jmdn. auffordern, herunter bzw. heraus zu kommen’
uf swelchem hûse man den vridebrecher behaltet wider reht, swenne [...] man si ab eischet, [...] ergebent si sich niht herabe ûf reht, man veræhtet die burc SpdtL
218,16
MWB 1 12,52; Bearbeiter: Tao
abe|eischunge
stF.
Abforderung einer Partei oder Sache aus der Zuständigkeit eines Gerichts
ein abheischung deß gerichts vor ein ander gericht
2DWB
1:383,60
(Landrecht Saarbrücken)
MWB 1 12,57; Bearbeiter: Tao
abe enpfallen
stV.
→ abe entvallen
MWB 1 12,61;
abe entrîten
stV.
‘fortreiten’
ob sie mit Gaytin / woldin ab intritin Athis
A* 108
MWB 1 12,62; Bearbeiter: Tao
abe entstricken
swV.
‘losbinden’
dô enstrict er abe balde / sîn helm und satzt in an daz gras UvZLanz
4204
MWB 1 13,1; Bearbeiter: Tao
abe entvallen
stV.
‘abfallen’, übertr.:
und disem menschen enpfallet ab alle wúrklicheit uswendig, und er hat och iemer werkes genuͦg inwendig ze tuͦnde Tauler
189,29
MWB 1 13,4; Bearbeiter: Tao
abe en|twahen
stV.
‘abwaschen’, übertr. (wie abe twahen):
als manigen heiden er hiut sleht / iegeslîcher, als manic sêl er abe entweht / sünde und wescht sie gar ûz helle wîze Loheng
5092
MWB 1 13,8; Bearbeiter: Tao
abe entwîchen
stV.
verstärktes entwîchen:
Kei durch daz sîn dienst liez: / [...] / durch zuht entweich er [La. tet er sich
] diens abe Parz
279,6.
–
vor gedâchte er [Petrus] im [Malchus] den schopf / dar zû kurzen und den kopf; / nur zû dem ôre iz gedeich, / wan im daz swert abe entweich [aus der Schlagrichtung geriet]
JvFrst
4126
MWB 1 13,12; Bearbeiter: Tao
abe erbeiʒen
swV.
‘(vom Pferd) absteigen’
Gâwân vor im erbeizte abe Parz
562,28
MWB 1 13,19; Bearbeiter: Tao
abe erbiten
stV.
‘jmdm. etw. durch Bitten abgewinnen’
ob er yn iht [Essbares] erpitet ab, / sie geben ym ein solch gab, / er gezzer vier, ob ers hiet Teichn
555,17.
–
‘jmdn. bei jmdm. (von einer Strafe) los-, freibitten’
Nemrott ward gevangen. / er wolt in haben erhangen: / do ward er im erpetten abe HvNstAp
10552;
inrent drissig jaren wirt er mir nit [vom Fegefeuer] ab erbetten Mechth
6: 10,6
MWB 1 13,21; Bearbeiter: Tao
abe erbrogen
swV.
‘jmdm. etw. abtrotzen’
wan si sih alse sere / werten das ir ere / inen nieman abe mohte irbrogin RvEWchr
26501
MWB 1 13,29; Bearbeiter: Tao
abe erdröuwen
swV.
‘jmdm. etw. durch Drohung abnötigen’
sus wolte er im erdröuwen abe / daz guot KvWSilv
308;
KlKsr
4,1;
[der Teufel] dröuwet iu mit dem kolben [...] lât iuch den tiuvel daz niht abe erdröuwen, ir verblîbet an disen vier tugenden stæte unz an iuwern tôt PrBerth
1:169,3;
Ottok
13390.
82180
(vgl. abe dröuwen)
MWB 1 13,32; Bearbeiter: Tao
abe ereffen
swV.
oder ist abe raffen anzusetzen? (vgl. Lexer Nachtr. 6 und 2DWB 1,657f.).
swer dem andern sin guͦt also fuͤrbaz aberêffet [abschwindelt] und hin fuͤret und damit von der stat entwichet und dinkfluͤhtig wirt StRAugsb
228,9.
228,7
MWB 1 13,39; Bearbeiter: Tao
abe ergrînen
stV.
‘etw. von jmdm. durch grînen erlangen’
sô wil etelîche niht genüegen daz er [Gott] in gît, und wolten alle got grôz dinc erbiten oder abe ergrînen oder abe erzürnen [...]. nû zürne [...] unde grîne [...] allez nâch rîchtuom unde nâch grôzem guote: sô gît dir got rehte nihtes niht, danne daz er dir geben wil PrBerth
1:271,2
MWB 1 13,45; Bearbeiter: Tao
abe erkoufen
swV.
1
‘jmdm. etw. abkaufen’
2
‘jmdn. abfinden’
1
‘jmdm. etw. abkaufen’
daz ich diselben hofmarch [...] dem selben Merten [...] aberchauft hab vnd vergolten mit beraitem gut UrkAltenb
209
(a. 1341)
2
‘jmdn. abfinden’
swelher dheines guotes wielte / in dem lande von hîrât, / den sold er dester drât / beheren und bestroufen / und mit phenning ab erkoufen Ottok
66730
MWB 1 13,52; Bearbeiter: Tao
abe erliegen
stV.
‘jmdm. etw. durch Lügen abgewinnen’
wes lânt ir iuch gerne tôren triegen, / die mit ir valsche rîlich guot iu kunnen abe erliegen? KvWLd
32,182;
sô hâst dû im sîn guot abe erlogen und ertrogen PrBerth
1:285,11;
EnikWchr
5204.
18262.
4392
(den segen ~
).
–
wie wolt ir mich hie haben betrogen / und mir mîn leben ab erlogen! / [...] ir müezt mir iuwer leben lân EnikWchr
A II,368
MWB 1 13,59; Bearbeiter: Tao
abe erlœsen
swV.
–
‘(die Haut) ablösen’
so vastet si [Schlange] vierzich tage unde naht, unz si das vel abe erloset hat MillPhys
82,3.
–
‘jmdm. etw. abgewinnen’
maniger hande triblian [Intrigen] / von den Walhen wart begunnen, / dâmit si den Tiutschen kunnen / phenning ab erlôsen Ottok
13533
MWB 1 14,3; Bearbeiter: Tao
abe ern
V.
‘(jmdm.) durch Pflügen ein Stück Land entziehen’
wer den andern übererret, [...] sol [...] dem gericht 3 pfd bessren [Bußgeld zahlen] von ieklich furen [jeder Furche] als manig er sinen nachgepuren abgeären hett SchweizId
1,405
(Aa. Weist.);
swer sîner gebûre gemeine ab eret oder grebet oder zûnet, wirt her vor deme gebûrmeistere dar umbe gerûget oder beclaget, her muͦz dar umbe gewetten drî schillinge SSp(W)
3:86,1;
SHort
5004
MWB 1 14,9; Bearbeiter: Tao
abe erringen
stV.
‘etw. von jmdm. durch körperliche Gewalt erlangen’
do er ir minne ir abe irranc, / das [so dass sie] wart an ir danc sin wip RvEWchr
6743
MWB 1 14,19; Bearbeiter: Tao |