ackerknëht
stM.
‘Knecht, der den Acker bestellt’
[einen ins Joch eingespannten Hirsch] enchunde nîe getwingen / die starchen acker chnechte, / daz er zuge rehte StrKD
160,19;
Krone
19603;
Boner
62,84
MWB 1 96,53; Bearbeiter: Plate
ackerlenge
stF.
‘Wegstrecke von der Länge eines Ackers’
von iegshlîchem [Zelt] an daz ander was, / daz wol ein ackerlenge shein RvEWh(Z)
7303
MWB 1 96,58; Bearbeiter: Plate
äckerlîn
stN.
‘kleiner Acker’
jtem ein ackerlin / daz was den Heinburgen / jtem ein eckerlin nebent dem schotten UrkCorp
3487,22,23;
und ein eckerli lit ze Woluenwiller bi der múli UrkFreiburg
3:395,6
(a. 1320)
MWB 1 96,62; Bearbeiter: Plate
ackerman
stM.
Pl. ackerliute.
‘Bauer’
Kaîn was ein accherman Gen
611;
RvEWchr
419;
[Esau] wart jagire und accherman, Jacob wonete in gezelten Gen
1072;
alse der guͦte burne, der einen ackerman erquicket, so in harte durstet Lucid
153,7
(ähnl.
Frl
3:16,2
);
als der acker man die vurch / leitet durch milten acker, / als tut her, ist her wacker, / gotes prediger, swen her sprichet HeslApk
13602;
nu hœret, waz den ackerman / [...] gehœret an. / er sol [...] alsô wesen kneht, / sî daz sîn hêrre sich verzer, / daz er in von dem sînen ner [...] der bûman sol sich in den tôt / bieten für sîns hêrren nôt HvBer
4024.
– ausdrücklich auch für den Obst- und Weinbauern:
der ist ouch ein ackirman / der obizboume proppin kan / und di wingarten / besnidin und ir warten PfzdHech
272,2;
ein mensche phlantzet eine wingarten [...] vnd besazte in mit ackerlüten [...] er sante sin chnehte zv den ackerlüten. daz si enpfingen sin fruhte EvAug
51,20. 52,2
(Mt 21,34. 35)
u.ö.;
ich byn der ware wynstok unde myn vater ist eyn ackirman EvBerl
68,31
(Io 15,1);
ich bin diu ware win rebe und min vater ist ein bu man [La. akker man
]
EvPass
211,12.
– vereinzelt bezogen auf den Bauern als Tierhalter:
swin [...] die mestet wol der akerman SHort
6630.
– als Beiname:
Heinrich, dem man sprichet Acherman UrkCorp (WMU)
N368,3
MWB 1 97,3; Bearbeiter: Plate
ackern
swV.
‘pflügen’
wann dann der pawman arbait vnd akchert auf dem veld vnd pawt Schachzb
123,25;
in dem wasser sind furbar / visch als esel geschaffen gar; / do akchern die frawen mit Seifrit
4927
MWB 1 97,31; Bearbeiter: Plate
ackerrëht
stN.
‘Recht auf den Grundkux (Bergwerksanteil als Entschädigung für den Grundbesitzer)’
was aber von ackerrechte, von erberechte oder von andern dingen, [...] die zcu der urbar nicht gehorent, gevellet UrkFreiberg
2:8,10
(a. 1337)
MWB 1 97,36; Bearbeiter: Plate
ackerrûte
swF.
‘Ackerraute’
wenne diu wisel mit der slangen streiten wil, sô warnet si sich mit ackerrauten, diu den slangen wider ist BdN
152,17
MWB 1 97,42; Bearbeiter: Plate
ackersâme
swM.
‘Saatgut’
sträwten in [Korallenstein als Dünger] die alten läut hie vor mit dem akkersâmen auf die äkker BdN
439,19
MWB 1 97,45; Bearbeiter: Plate
ackerspîse
stF.
‘Speise aus Feldfrüchten’ (?):
so spricht jener, er wol sich nern / acker spiß und rinder praten Teichn
571,21,
vgl.
533,23
(Var.)
MWB 1 97,48; Bearbeiter: Plate
ackerstücke
stN.
‘Stück Ackerland’
vnd der acker ze der Wægenoͮwe, vnd ein ackerstucke lit bi der matten ze toͮben UrkCorp (WMU)
161,24
MWB 1 97,51; Bearbeiter: Plate
ackerteil
stM.
‘Grundkux’ (vgl. ackerrëht):
wir lozen ouch im das kyrchleen uf dem berge, darczu [...] erczmuͦlen und sin ackerteyl UrkFreiberg
2:5,32
(a. 1317)
MWB 1 97,54; Bearbeiter: Plate
ackertier
stN.
‘wild lebendes Tier’ (?)
ain iegleich ackertier, daz säglisch zend hât, daz izzet flaisch BdN
117,11
MWB 1 97,58; Bearbeiter: Plate
ackertrappe
swM.
‘Bauerntölpel’
ûz solhen ackertrappen, / die dâ gehôrent zuo dem phluoc Ottok
26195
MWB 1 97,61; Bearbeiter: Plate
ackervëlt
stN.
‘Ackerstück’
Joseph koft och ain aker velt, / dar er buete, saute [säte] und snaid / mit sinem viche und arbait WernhMl
4284
MWB 1 98,1; Bearbeiter: Plate
ackervruht
stF.
‘Feldfrucht’, übertr.:
als dvͥ werlt nv ist gestalt, / swer ie so dienst mit lone galt, / des akkerfrvht was ‘hab den schaden’ TürlArabel
*A 19,15
MWB 1 98,4; Bearbeiter: Plate
ackerwërc
stN.
‘Feldarbeit, Ackerbau’
kung Ozias wol getan / ackerwerkes was ein man HistAE
3424
MWB 1 98,8; Bearbeiter: Plate
ackerwurz
stF.
‘Ackerpflanze’
sô legent si auf die wunden ain ackerwurz, diu haizt origanun BdN
164,32
MWB 1 98,10; Bearbeiter: Plate
ackes, aks, axt
stF.
Pl. akse, ekse, exte.
‘Axt’ (als Werkzeug, Waffe, Streitaxt):
der zimmerman muoz warten / wie er mit der barten / nâch der ackes müeze snîden Wh
394,15;
reht ze gelicher wis als ain man mit ainer axs in ainen bôm howet PrGeorg
5,19;
so sal man des boumis wurczil spaldin mit eyner aks Pelzb
124,34.
–
waz gewafentiu hant si: daz ist ein swaert, ein mezzer, ein acxes, ein spaer, ein helmbarte unde elliu geschoz StRAugsb
115,4;
axe scharf, / als man der dar zû bedarf, / daz gênde volc der warnte sich Kreuzf
6401;
unt slûc ime den hals abe mit einir ackis PrMd(J)
347,5;
die uns [...] manic tûsent menschen [...] ermordent [...] mit mortlîchen exten PrBerth
1:129,24;
daz man si slüege sam diu swîn / mit axen Georg
4119
(vgl.
Lanc
375,27
).
– Wendung nach Mt 3,10 und Lc 3,9 (vgl. TPMA 1,319):
iezvnt ist di ax gesazte zv der wvrtze des bavmes EvAug
131,15;
die aks ist allis an gesazt an die wuͦrzele des boumis PrLpz(L)
135,40;
die ackes die der tot treit, / ist zur worzelen geleit / des boumes HeslApk
14991;
es lit ain wol geslifen ags / bi des leptagen wurtzen SHort
3525
MWB 1 98,13; Bearbeiter: Plate
ackesen
swV.
‘mit der Axt bearbeiten’
wan die schoͤnen quaderstaine unde die edeln tramen die wurden alle vil verre gehamert unde gacset Konr(Sch)
100,24
MWB 1 98,36; Bearbeiter: Plate
ackeslîn
stN.
‘kleine Axt’
daz selbe extlîn, daz ermordet alle, die an zouberîe geloubent PrBerth
2:70,29
MWB 1 98,40; Bearbeiter: Plate
ackesslac
stM.
‘Axtschlag’
daz tempel wart gemachet, daz man dâ nie gehôrte axtslac noch nebeger [Bohrer] noch îsenslac PrBerth
2:35,4
MWB 1 98,43; Bearbeiter: Plate
acolite
swM.
aus lat. acolythus.
‘Akoluth’, Kleriker eines niederen Weihegrades:
ez sin briester, dyaken, subdyaken oder acoliti StRAugsb
119,5;
des was der bischof sere vro / und hofte an im erzien also / ein houbt den reinen cristen. / mit bete und ouch mit listen / uberwant er in kume alsus, / daz er wart akolitus Pass III
595,14;
accolite episteler vnd ewangilier Pilgerf
Bildüberschr. vor 814
MWB 1 98,46; Bearbeiter: Plate
acstein
stM.
→ agestein
MWB 1 98,54;
adamantenstückel
stN.
‘Splitter vom adamas’
er [der Edelstein jâchant
] ist auch gar hert und læzt sich weder gern spalten noch graben, iedoch grebt man in mit adamantenstückeln BdN
449,26
MWB 1 98,55; Bearbeiter: Plate
adamantîn
Adj.
‘(hart) wie Diamant’, übertr. ‘hartherzig’:
welch rât sol denne der armen werden, / bî den diu werlt noch stehelîn / sol werden und adamantîn? Renner
13802
MWB 1 98,59; Bearbeiter: Plate |