affehtec
Adj.
‘töricht’
ein affechtig torecht spottende oder hert wort Tauler
330,17;
die weltliche italkeit der herzen mit aller affechtiger gelust an allem dem das creatúrlich ist ebd.
235,7.
130,16
MWB 1 108,17; Bearbeiter: Plate
affen
swV.
1
‘sich bewegen wie ein Affe, humpeln’
2
‘zum Narren machen, täuschen’
effen
1
‘sich bewegen wie ein Affe, humpeln’
unsælic wîp, / wie habt ir iuwern verschamten lîp / geteilt mit einem sölichen man [Krüppel] , / der niht engêt wan affen kan EnikWchr
25208
2
‘zum Narren machen, täuschen’
→
effen
MWB 1 108,21; Bearbeiter: Plate
Affenbërc
stM.
‘Narrenberg’
ob das nv Got gefüget hat / das ich der welte missetat / vnd das lob erkenne, / missetuon ich selber denne / so volg [erg. ich
] dem [l. den
] von Affenberk / der wort sint wise, tvmm ir werk MinneR 301
187.
MWB 1 108,26; Bearbeiter: Plate
affenheit
stF.
1
‘Torheit’
2
‘Prunksucht, Eitelkeit’
3
‘Gaukelei, Betrug’
1
‘Torheit’
vater, iz was ein vnzitih liͤt / vnd alle die affenheit, / daz schol vch fvrwar sin geseit ReinFu
K,535;
din torensin mit affenheit niur narren win dir schenket Frl
5:119G,12;
nu wiltu geistliche leben / und der kuscheit dich begeben / tuͦ hin! ez ist ein affenheit Vät
4442;
MarLegPass
24,170;
spræche ein rîcher man; ‘bite, waz dû wilt, ich gibe dir ez!’, und bæte er danne umbe einen helbelinc, daz wære ein affenheit Eckh
2:625,4;
als si das sehent das si iren natúrlichen adel alsus verkert hant und mit so italen affenheiten als unmessig guͦt versumet hant Tauler
137,12
2
‘Prunksucht, Eitelkeit’
nieman engenuͤget, iederman gedencket wie er vil gesament, und so buwent sú grosse húser und molent die mit affenheit Tauler
127,14;
und gont mit blintheit und mit affenheit umbe, wie ir úch gekleident und gezierent ebd.
170,21
3
‘Gaukelei, Betrug’
die alde, die unholde / wolde ir affenheites segen / uber daz reine kindelin pflegen Pass III
395,81;
als sant Paulus sprichet von den vihelîchen liuten, die niht künnen verstên die süeze des heiligen geistes: wan ez dunket sie ein affenheit und ein getiusche DvASchr
334,39
MWB 1 108,31; Bearbeiter: Plate
affenlich, effenlich
Adj., Adv.
‘töricht’.
Adj.:
solt ich nâch rôsen rîten, ez diuhte mich effenlîch RosengD
65,2;
daz ist vil effenlich ein dinc MarLegPass
7,67;
mir gruͤwete vor dinen worten, / daz sie an allen orten / sint also effenlich MinneR 480
129.
– Adv.:
ich wêne er effenlîche tuot, / der sich der sprâche zucket an, / der er niht gefuogen kan EbvErf
4475;
und lebt als effenlîche / als sîn vorvar hât getân Renner
2620;
er torscheiu æffinne, wie æffenlichen im geschiht StrKD
45,43;
er hett effenlichen gethan, hett er uch syn roß geben durch einer lugen Lanc
153,36;
affenlich ebd.
258,13
MWB 1 108,55; Bearbeiter: Plate
affenmuot
stM.
‘Torheit, Unverstand’
dîn affenmuot der triuget dich Virg
320,5
MWB 1 109,4; Bearbeiter: Plate
affenort
stN.
jmdn. an ein/ daz affenort setzen
‘jmdn. zum Narren machen’
manic man wênt haben wîsiu wort, / der doch schier an ein affen ort / würde gesetzet, wêr ieman dâ / der baz könde denne er b und a Renner
17766;
gesetzet an daz affen ort ebd.
1621
MWB 1 109,6; Bearbeiter: Plate
affenrât
stM.
‘törichter Rat’
der toren sin unde affen rat die wegen wol geliche / [...] swer affen rates volget vil, im misselinget Rumelant
3,60a;
vierzic tûsent menschen wurden erslagen / [...] den tôren witze und affen rât / ir leben allen hât genumen Renner
2100
MWB 1 109,12; Bearbeiter: Plate
affensalbe
stF.
‘falsches Lob, Schmeichelei’ (vgl. affensmalz):
valsche lecheler / [...], die pfaffen und leien und hôhe fürsten / hecheln künnen [...] und dar zuo mit affen salben / sô gar durch smirwen allenthalben Renner
1141
MWB 1 109,18; Bearbeiter: Plate
affensmalz
stM.
‘falsches Lob, Schmeichelei’
in herren munde lît affensmalz, / daz tôrn pfeffer unde salz / ofte bringet, sô si liegent / und mit süezer zungen triegent Renner
859;
swer mir strîchet in den munt / ein affensmalz und als ein hunt / mich vêringen [hinterhältig ] dar nâch bîzet, / grôzer untriuwen er sich flîzet ebd.
13274
MWB 1 109,23; Bearbeiter: Tao
affenspil
stN.
‘Narrenspiel, Gaukelei’
ie als der unreine [Teufel] wolde affenspil da uben / unde daz herze truben / an der iuncvrowen gelust, / so machte si ie vor die brust / des heiligen kruzes zeichen Pass III
493,19;
armuot verdrücket witze vil, / kunst ân guot ist affenspil, / [...] guot âne kunst ist tôren glanz, / kunst mit guote treit êren kranz Renner
13402
MWB 1 109,30; Bearbeiter: Tao
affenspîse
stF.
‘kärgliche Speise’, hier wohl Fastenspeise gemeint:
ein siecher lewe ein effîn izzet, / mit der er sîner siuche vergizzet: / als soltu, siecher, in sünden tuon: / iz affenspîse vür ein huon / (daz ist wazzer unde brôt). / sô fliuhet dîn sêle der êwige tôt! Renner
19326;
vgl. affenvleisch
BdN
144,22;
ferner Dicke/Grubmüller, Nr. 400
MWB 1 109,38; Bearbeiter: Tao
Affental
stN.
‘Narrental’
swer lebet âne êre in vrîer wal, / der wirt den werden schiere unwert / und hûset in dem affental [La. in der affen tal
]
Winsb
45,7;
man sihet ez [Wild] gên dem Affental ûz waten. / wê im, der dan dem loufe / volgen muoz und des niht mac gerâten Hadam
444,5
MWB 1 109,45; Bearbeiter: Tao
affentaler
stM.
zu Affental:
mit hosen und hüeten manigerleie / hebt sich der Affentaler reie, / den manic tuomherre und stolz schuolêre / mit dorftummingen ungerne verbêre Renner
16498
MWB 1 109,51; Bearbeiter: Tao
affentanz
stM.
‘närrisches, unsinniges Zeug’
daz dirre werlde glanz / sî dürkel und ein affen tanz Renner
10328.
13418
MWB 1 109,55; Bearbeiter: Tao
affenvleisch
stN.
‘Fleisch vom Affen’
der leo febriert nâhent alle zeit mit dem viertägleichen fieber und sô begert er danne allermaist affenflaisches, daz er gesunt werd BdN
144,22
MWB 1 109,58; Bearbeiter: Tao
affenvuore
stF.
‘Torheit’
du hast din volc her geladen / zu voller affenvure Pass III
670,61
MWB 1 109,62; Bearbeiter: Tao
affenzagel
stM.
‘Schwanz des Affen’, übertr. ‘törichtes Handeln’
münches tanzen, nunnen hübescheit und affen [La. des affen
] zagel, / des meien rîfe und in dem ougsten starker hagel / mir selten wol behaget Marner
15,231.
– Redewendungen:
~ veil tragen, verkoufen, nâch affenzegeln varn
‘Torheiten begehen’
wenne affenzegel und esels ôren / tragent veil der werlde tôren, / von den wehset ein seltsên orden Renner
16163;
diu noch ir affenzegel tragent / veile und niht anders klagent, / denne daz si nimmer gesünden mügen ebd.
21089;
manic tôr von sînen friunden loufet, / der anderswâ doch niht verkoufet / sînen affenzagel als er gedâhte, / dâ sîn tumpheit in ûz brâhte ebd.
13835;
wil ez [
kint
] sîn fröude in daz alter sparn / und denne nâch affenzegeln varn, / sô hât ez übel an geleit / sîner jugent wîsheit und arbeit ebd.
14950.
– als abschätzige Bezeichnung für Personen:
waz sol ein wolf ze kôre, / her affenzagel, her schandendeckeblôz? Boppe
3:2,11
MWB 1 110,1; Bearbeiter: Tao
affenzît
stF.
‘Narrenzeit’
ich sach eins mâles in der affen zît / an einem kleinen sîden vaden / Rôme und Lâtrâne tragen / und einen fuozelôsen man / loufen für ein snellez pfert LügenrS
1
MWB 1 110,21; Bearbeiter: Tao
affinne
stF.
auch æffinne, effinne.
1
‘Äffin’
2
‘Narr; Heuchler’
1
‘Äffin’
diu affine habet ouch des tîeueles pilide JPhys
7a,1;
do alle tir waren komen / zu hove [...] / di effinne ouch trat an den ring Brun
5092;
ein siecher lewe ein effîn izzet, / mit der er sîner siuche vergizzet Renner
19323;
BdN
159,10.
– in Vergleichen:
der æffinne tut ein tore gelich, / der in ein geistlich leben sich / mit gutem willen zeuhet / und schire wider uz fleuhet / durch sin alte gwonheit StrKD
45,25;
durch den mantel [bildl. f. Heuchelei] bin ich [Frau Hoffart] dicke gewest / in großem stade und hohen eren gewest, / als eine effynne hohe gestiegen / und als eyne goͤdynne angesehen Pilgerf
8053
2
‘Narr; Heuchler’
er torscheiu æffinne, / wie æffenlichen im geschiht! StrKD
45,42;
blieb ich dann by uch stande, so were ich ein affin, und nit weiß ob ir gut sint oder böse Lanc
349,18;
effynne ich [Frau Hoffart] bin und affen sij sint / die mit dem mantel [Heuchelei] an getan sint Pilgerf
8055
MWB 1 110,25; Bearbeiter: Tao
Africâ
‘Afrika’
dú welt ist in drú geteilet. daz eine heizet Asia, daz ander heizet Europa, daz drite heizet Affrica Lucid
18,17;
MNat
1,11;
in dem land Africa BdN
156,16
u.ö.;
Alfrich uon Affrica Rol
5297;
Tr
5883;
Mügeln
24,11
u.ö.
– in der lat. Form:
alse der groz Alexander, der dú lant Asiam, Europam vnde Affricam gewalticlich hete vberwunden Lucid
148,3;
wie Africanus machte / zinshaftig Asiam, / Hispaniam und swachte / Karthago, Africam Mügeln
367,4
MWB 1 110,45; Bearbeiter: Tao
Africâne
swM.
‘Bewohner Afrikas’
zehen hundert er mit ime nam / [...] / unde fûr zen africanen / den Darios undertânen VAlex
639
MWB 1 110,55; Bearbeiter: Tao
Africaner
stM.
→ Afrikære
MWB 1 110,58;
Afrikære,
Africaner
stM.
‘Afrikaner’
vil sciere er sich besante / von lande ze lande. / Riuzen unde Pomerân, / Priuzen unde Pôlân, / [...] Affrikære [La. Affricaner
] kômen willeclîche / dem helede Dieterîche Kchr
14026
MWB 1 110,59; Bearbeiter: Tao
aften
Präp.
nur in festen Verbindungen aftendes, aftendiu
‘hernach’
–
aftendes:
einer tohter si genas, / die aftendiu [La. afterdes, afftendes
] ze snüer gewan / von Agrim herzog Stephan Ottok
2639;
aften des UrkHohenf
86
(a. 1343).
–
aftendiu:
Ottok
2639
(s.o.);
kunic Ruodolf in die schar sîn / die Stîrære nam / und swer mit im her nider kam / und ouch aftendiu von Swâben ebd.
15595.
17754
MWB 1 111,1; Bearbeiter: Tao |