agelster|var
Adj.
‘verschiedenfarbig wie eine Elster’
bock [Steinbock] vnd er [Ritter darauf] sunder wan / waren beyder ires libes gar / blang vnd swartz, agleistervar Krone
24754.
27996
MWB 1 119,25; Bearbeiter: Tao
agelster|vêch
Adj.
wie agelstervar, übertr.:
die liut wol halp sint alstervêch, / daz müelîch iemen vinden kan / einen reht gevierten man / her von sînem künne [ vgl. Anm.z.St.]
Helbl
8,386
MWB 1 119,29; Bearbeiter: Tao
agene, age
F.
auch aine, ege.
1
‘Granne, Spreu, Spelze’
2
‘Halm, Splitter’ (für festuca Mt 7,3-5)
1
‘Granne, Spreu, Spelze’
eine garb er [Kain] nam. / er wolte sie oppheren mit eheren jouch mit agenen Gen
612;
daz si uns eine agene in den vuoz stechen DvASchr
330,33;
der hât die rîchen friunt gezelt / zuo der ain, diu dâ geschelt / wirt von dem kornes kerne HvBer
4901.
man sæh sî von dir fliegen / alsam die aine von dem kern ebd.
4918;
und sie lisen nicht ab des kunigis knechte, [...] zu schornde den oven mit ayn, mit werke, mit peche und mit geruysche Cranc
Dan 3,46;
swer har [Flachs] in diu stat pringet oder in der stat derret oder pliwet oder swinget aus den agen StRMünch
222,23
2
‘Halm, Splitter’ (für festuca Mt 7,3-5):
swenn wir den grozzen tramen in unsern augen tragen, wie muͤg wir denn die chleinen agen in unsers pruder augen gesehen? PrOberalt
129,19;
die agen daz sint die minnern suͤnt ebd.
129,42;
warumbe sihestu ain egen in dinez bruͦders oͮgen PrSchw
1,56;
die agene [...] niht wan als ein wenige agene oder stoub PrLpz
365,34.38;
BrHoh
2;
BrEng
2;
BrAlt
2;
EvBeh
Mt 7,3;
EvAug
142,19
MWB 1 119,33; Bearbeiter: Plate
agenhuof
Adj.
→
hagenhuof
MWB 1 119,55;
agestein
stM.
auch aget-, ait-, aug-, acstein.
1
‘Magnetstein’
2
‘Bernstein’
3
‘Gagat, Pechkohle’ (der als Schmuckstein verwendete Gagat galt als schwarze Varietät des Bernsteins, vgl. BdN oben unter
2
; ein deutlicher Beleg für das Substantiv fehlt mhd., doch vgl. das Adj. agesteinîn und die folgenden Stellen, an denen nicht der Magnet gemeint sein kann und keine spezifische Eigenschaft des Bernsteins genannt ist
1
‘Magnetstein’
den Syrênen [...] die mit dem agesteine / die kiele ziehent ze sich Tr
8088.
8110;
RvEWchr
1835;
des herze het an sich gezogen / als ein acstein / diu hôchgeborne rein Ottok
18001;
ein îsen [...] henket sich an den agestein Eckh
2:74,6;
Tauler
81,23
2
‘Bernstein’
gagates haizet ain aitstain oder prennstain. den vint man in dem land Lycia pei Preuzen und in Britannia, und ist zwairlai: swarz und liehtvar. iedoch ist der liehtvar zwairlai: ainer weiz, der ander gel. wenn man den stain reibt unz er erhitzt, sô zeucht er hälmel an sich BdN
447,10;
von Britania augstein gel Minneb
2978;
si ziuhet mich als tuot den halm der agetstein, / und als der magnes tuot von art den îsenzein KLD:RvB
4:15,9;
an sich ziehen [...]als den halm tuot der acstein Ottok
22344
3
‘Gagat, Pechkohle’ (der als Schmuckstein verwendete Gagat galt als schwarze Varietät des Bernsteins, vgl. BdN oben unter
2
; ein deutlicher Beleg für das Substantiv fehlt mhd., doch vgl. das Adj. agesteinîn und die folgenden Stellen, an denen nicht der Magnet gemeint sein kann und keine spezifische Eigenschaft des Bernsteins genannt ist:
der eine was ein iaspis, / [...] der ander was ein agetstein; / sin glast harte schone schein. / der dritte was ein rubin Herb
9258;
daz ander teil der mûre was / rôt, grüene als ein gras, / von marmelsteine gezieret, / mit golde geparrieret, / gelûtert als ein agstein Wig
7070;
[...] vnd ain golt stainli vnd ain ack staine, dis vorgenant guͦt ist hern Wernher UrkCorp
866,12;
der burg torhus waz beschurt / mit einem turn, hoch gemurt / von mermel und von augstein Minneb
119.
– Vgl. Engelen, Edelsteine, S. 344-347
MWB 1 119,56; Bearbeiter: Plate
agesteinîn, aitsteinîn
Adj.
‘aus agestein’ (wohl zu
agestein
3
‘Gagat’)
er siet den schepper der hoyschreken und den herren sten uf einer getunichten muern adir aytsteininer mur Cranc
Vorr. Am 321,3;
es ist vil geistlicher menschen die muossend haben [...] rœti und agsteiniu pater noster und guldini schlösser an ir buechren PrEngelb
207,237
MWB 1 120,27; Bearbeiter: Plate
â|getroc
stN.
→
abetroc
stM.
MWB 1 120,34;
agetstein
stM.
→ agestein
MWB 1 120,35;
âgëʒ
stF.
‘Vergessenheit’
uber den is daz urteil gegeben, / daz si jemer totliche muzin leben / in der agezze Litan
1381;
personif.:
Âgez, dû bist ein übel diep! RvZw
174,1;
Agez, ein meister diebe JTit
4162,1
MWB 1 120,36; Bearbeiter: Plate
âgëʒʒel
Adj.
‘vergesslich’
so siu [Straussenweibchen] aue wider chumit. so hat si uergezzen der eiere. unt nechumet after des dar nieht mere. si ist uile agezzil JPhys
24,12;
wem daz geschit. der redit also sanfte daz man im kume uornimet. vnde wirt agezzel SalArz
39,31.
–
‘nachsichtig, verzeihend’
wis agezzel der vintschaft, / ver gibe, daz ist tugenthaft ErzIII
36,219.
– subst., ‘(Gott-)Vergessener’
da sizzent [die Vierundzwanzig Alten] vore dir in ire erhaften sezzelen [...] und(e) helfent uns agezzelen, / [...] daz unsich der alte widerwarte iht ertote, / also wir iht getuon wider dinen hulden Himmelr
12,2;
der agezzele [für Manasse, dies mit oblivio glossiert]
PsWindb
107,9
MWB 1 120,41; Bearbeiter: Plate
âgëʒʒele
stF.
‘Vergessen, Vergesslichkeit’
in der erde agezel [in terra oblivionis]
PsM
87,13;
daz iht von agezzel vnd von langen zeiten [...] die gehuͤgenuͤsse ab nimet UrkCorp
N601,4;
agezzel ist ein sichtum. der wirt da uon so sich gesamenet hindene in deme houbit leimegiz fleuma. vnde uorstopfet di wege. da di gehugede inne get SalArz
31,56.
100,33;
in deme capitulo uon der agezzel ebd.
34,39;
agezeli [...] daz ist, daz man der svnde vergisset, so man die bihte ze lange vristet Bihteb
10
MWB 1 120,55; Bearbeiter: Plate
âgëʒʒelkeit
stF.
‘Vergesslichkeit’
ob der munih gotes uorhten stæt uor ougen habe. vnd vliuhet agebelkeit [
oblivionem omnino fugiat; l. agezzelkeit
] vnd si gehuge aller dinge div got geboten hat BrAsb
7
MWB 1 121,1; Bearbeiter: Plate
aglaster
F.
→
agelster
MWB 1 121,6;
agleier
stM.
‘Pfennig aus Aquileia’
vͦmbe sehse tousent pfunt vnd driv hvͦndert phvnt Berner, die er mir der von geben schol, den Agleier fuͤr zwelf Berner UrkCorp
N340,28
u.ö.
MWB 1 121,7; Bearbeiter: Plate
agleister
F.
→
agelster
MWB 1 121,11;
agleistervar
Adj.
→ agelstervar
MWB 1 121,12;
agraʒ
M.
aus dem Gallorom. (s. 2DWB 2,66f. s.v. agrasz, LEI 1,350).
‘saure Obstbrühe’
in kleiniu goltvaz man nam, / als ieslîcher spîse zam, / salssen, pfeffer, agraz Parz
238,27;
wilt du machen einen agraz. nim wintruͤbele [...]
BvgSp
32a;
nim holtzepfele vnd peterlin vnd bezzin [weiße Rübe] vnd stoz daz zvͦ sammene vnd druͤckez vz, daz die petersilie ein wenic zvͦ var. daz heizzet auch agraz ebd.
35.
– Vgl.
agreste
FM.
MWB 1 121,13; Bearbeiter: Plate
â|greifen
swV.
Bedeutung unklar:
des vater swert âgreifet ûf Hügelîn unt ûf des rîches haz RvZw
135,3;
die Erläuterung ‘greift fehl, gleitet ab’ (BMZ) passt nicht in den Zusammenhang (dazu vgl. Roethe, Ausg. S. 40-42)
MWB 1 121,22; Bearbeiter: Plate
agreste
F. oder M.?
vgl. mlat. agresta, it. agresto (Etymol.Wb.d.Ahd. 1,94; LEI 1,1374).
‘Saft von unreifen Weintrauben’
gip im [ gegen Durchfall] zu ezzene rephunre. uasant eies toter mit agreste oder mit margram saf SalArz
50,26.
– Vgl.
agraʒ
M.
MWB 1 121,27; Bearbeiter: Plate
agrimonîa
F.
‘Agrimonie, Odermennig’
Ypocras der schrîbet von der agrimonia Barth
139,22;
lat. flektiert:
ebd.
139,24;
Ipocr
29.
330;
SalArz
28,57.
36,48
MWB 1 121,32; Bearbeiter: Plate
âgunst
stF.
wie abegunst:
ir wille ist sunder âgunst EbvErf
2200
MWB 1 121,36; Bearbeiter: Tao
aha
Interj.
Reinhart was wol beraten, / da hatte er gebraten / ele, die smacket Ysengrin. / er dahte: »aha, ditz mac vil wol sin / ein teil gvter spise.« ReinFu
K,648
MWB 1 121,38; Bearbeiter: Plate
ahe
stF. (sw. Rennew )
‘Bach, Fluss, Strom’
hévigiv [gewaltige] uvázzer ne móhton írléskan dîe mínna: nóh dîe áha berúnent sîe Will
139,2;
di ahe [Paradiesflüsse] sint gewendet. in dev uîr ende VMos
6,5;
mich bedûhte [...] wie ich stuonte eine an eines stades reine. / dô giengen ûz der ahe siben chuo Gen
2026;
dar nâch reit der milde [...] gein dem furte hin dan, / dâ diu ahe von dem sêwe ran UvZLanz
7140
u.ö.;
min guͦt [...] mit allem dem das da zuͦ hoͤret [...] mit akern, mit wiesen, mit holze, mit velde, mit waide gebúwe und ungebúwen, mit ahe und aherúnsen UrkCorp
1870,18;
er begunde vaste umme sich slahen, / daz vieln in des meres ahen / die heiden von den grozen slegen Rennew
11518;
übertr.
mit des bluͦtes ahen ebd.
420
MWB 1 121,42; Bearbeiter: Plate
ähe
stF.
ein Ackermaß, Acker in der Größe dieses Maßes (vgl. WBÖ 1,116):
und underhalb auch 1 ähe achkers und ob dem hause auch 1 stuche achers UrbSonnenb
118;
item 1 ähe, leit unter Warberg; paut der Sweinörly [...] item 2 ähe, stossent an den weg [...] gen sand Laurentzen ebd.
MWB 1 121,58; Bearbeiter: Plate
ahebiunte
F.
‘Beunde (eingehegtes Grundstück) am Wasser’
in deme ban zuͦ Gertewilre vffe der ahebúnden ein agger, den siv koͮftent vmbe Sifriden von Heiligenstein UrkCorp
N150,7
MWB 1 122,1; Bearbeiter: Plate |