agesteinîn, aitsteinîn
Adj.
‘aus agestein’ (wohl zu
agestein
3
‘Gagat’)
er siet den schepper der hoyschreken und den herren sten uf einer getunichten muern adir aytsteininer mur Cranc
Vorr. Am 321,3;
es ist vil geistlicher menschen die muossend haben [...] rœti und agsteiniu pater noster und guldini schlösser an ir buechren PrEngelb
207,237
MWB 1 120,27; Bearbeiter: Plate
â|getroc
stN.
→
abetroc
stM.
MWB 1 120,34;
agetstein
stM.
→ agestein
MWB 1 120,35;
âgëʒ
stF.
‘Vergessenheit’
uber den is daz urteil gegeben, / daz si jemer totliche muzin leben / in der agezze Litan
1381;
personif.:
Âgez, dû bist ein übel diep! RvZw
174,1;
Agez, ein meister diebe JTit
4162,1
MWB 1 120,36; Bearbeiter: Plate
âgëʒʒel
Adj.
‘vergesslich’
so siu [Straussenweibchen] aue wider chumit. so hat si uergezzen der eiere. unt nechumet after des dar nieht mere. si ist uile agezzil JPhys
24,12;
wem daz geschit. der redit also sanfte daz man im kume uornimet. vnde wirt agezzel SalArz
39,31.
–
‘nachsichtig, verzeihend’
wis agezzel der vintschaft, / ver gibe, daz ist tugenthaft ErzIII
36,219.
– subst., ‘(Gott-)Vergessener’
da sizzent [die Vierundzwanzig Alten] vore dir in ire erhaften sezzelen [...] und(e) helfent uns agezzelen, / [...] daz unsich der alte widerwarte iht ertote, / also wir iht getuon wider dinen hulden Himmelr
12,2;
der agezzele [für Manasse, dies mit oblivio glossiert]
PsWindb
107,9
MWB 1 120,41; Bearbeiter: Plate
âgëʒʒele
stF.
‘Vergessen, Vergesslichkeit’
in der erde agezel [in terra oblivionis]
PsM
87,13;
daz iht von agezzel vnd von langen zeiten [...] die gehuͤgenuͤsse ab nimet UrkCorp
N601,4;
agezzel ist ein sichtum. der wirt da uon so sich gesamenet hindene in deme houbit leimegiz fleuma. vnde uorstopfet di wege. da di gehugede inne get SalArz
31,56.
100,33;
in deme capitulo uon der agezzel ebd.
34,39;
agezeli [...] daz ist, daz man der svnde vergisset, so man die bihte ze lange vristet Bihteb
10
MWB 1 120,55; Bearbeiter: Plate
âgëʒʒelkeit
stF.
‘Vergesslichkeit’
ob der munih gotes uorhten stæt uor ougen habe. vnd vliuhet agebelkeit [
oblivionem omnino fugiat; l. agezzelkeit
] vnd si gehuge aller dinge div got geboten hat BrAsb
7
MWB 1 121,1; Bearbeiter: Plate
aglaster
F.
→
agelster
MWB 1 121,6;
agleier
stM.
‘Pfennig aus Aquileia’
vͦmbe sehse tousent pfunt vnd driv hvͦndert phvnt Berner, die er mir der von geben schol, den Agleier fuͤr zwelf Berner UrkCorp
N340,28
u.ö.
MWB 1 121,7; Bearbeiter: Plate
agleister
F.
→
agelster
MWB 1 121,11;
agleistervar
Adj.
→ agelstervar
MWB 1 121,12;
agraʒ
M.
aus dem Gallorom. (s. 2DWB 2,66f. s.v. agrasz, LEI 1,350).
‘saure Obstbrühe’
in kleiniu goltvaz man nam, / als ieslîcher spîse zam, / salssen, pfeffer, agraz Parz
238,27;
wilt du machen einen agraz. nim wintruͤbele [...]
BvgSp
32a;
nim holtzepfele vnd peterlin vnd bezzin [weiße Rübe] vnd stoz daz zvͦ sammene vnd druͤckez vz, daz die petersilie ein wenic zvͦ var. daz heizzet auch agraz ebd.
35.
– Vgl.
agreste
FM.
MWB 1 121,13; Bearbeiter: Plate
â|greifen
swV.
Bedeutung unklar:
des vater swert âgreifet ûf Hügelîn unt ûf des rîches haz RvZw
135,3;
die Erläuterung ‘greift fehl, gleitet ab’ (BMZ) passt nicht in den Zusammenhang (dazu vgl. Roethe, Ausg. S. 40-42)
MWB 1 121,22; Bearbeiter: Plate
agreste
F. oder M.?
vgl. mlat. agresta, it. agresto (Etymol.Wb.d.Ahd. 1,94; LEI 1,1374).
‘Saft von unreifen Weintrauben’
gip im [ gegen Durchfall] zu ezzene rephunre. uasant eies toter mit agreste oder mit margram saf SalArz
50,26.
– Vgl.
agraʒ
M.
MWB 1 121,27; Bearbeiter: Plate
agrimonîa
F.
‘Agrimonie, Odermennig’
Ypocras der schrîbet von der agrimonia Barth
139,22;
lat. flektiert:
ebd.
139,24;
Ipocr
29.
330;
SalArz
28,57.
36,48
MWB 1 121,32; Bearbeiter: Plate
âgunst
stF.
wie abegunst:
ir wille ist sunder âgunst EbvErf
2200
MWB 1 121,36; Bearbeiter: Tao
aha
Interj.
Reinhart was wol beraten, / da hatte er gebraten / ele, die smacket Ysengrin. / er dahte: »aha, ditz mac vil wol sin / ein teil gvter spise.« ReinFu
K,648
MWB 1 121,38; Bearbeiter: Plate
ahe
stF. (sw. Rennew )
‘Bach, Fluss, Strom’
hévigiv [gewaltige] uvázzer ne móhton írléskan dîe mínna: nóh dîe áha berúnent sîe Will
139,2;
di ahe [Paradiesflüsse] sint gewendet. in dev uîr ende VMos
6,5;
mich bedûhte [...] wie ich stuonte eine an eines stades reine. / dô giengen ûz der ahe siben chuo Gen
2026;
dar nâch reit der milde [...] gein dem furte hin dan, / dâ diu ahe von dem sêwe ran UvZLanz
7140
u.ö.;
min guͦt [...] mit allem dem das da zuͦ hoͤret [...] mit akern, mit wiesen, mit holze, mit velde, mit waide gebúwe und ungebúwen, mit ahe und aherúnsen UrkCorp
1870,18;
er begunde vaste umme sich slahen, / daz vieln in des meres ahen / die heiden von den grozen slegen Rennew
11518;
übertr.
mit des bluͦtes ahen ebd.
420
MWB 1 121,42; Bearbeiter: Plate
ähe
stF.
ein Ackermaß, Acker in der Größe dieses Maßes (vgl. WBÖ 1,116):
und underhalb auch 1 ähe achkers und ob dem hause auch 1 stuche achers UrbSonnenb
118;
item 1 ähe, leit unter Warberg; paut der Sweinörly [...] item 2 ähe, stossent an den weg [...] gen sand Laurentzen ebd.
MWB 1 121,58; Bearbeiter: Plate
ahebiunte
F.
‘Beunde (eingehegtes Grundstück) am Wasser’
in deme ban zuͦ Gertewilre vffe der ahebúnden ein agger, den siv koͮftent vmbe Sifriden von Heiligenstein UrkCorp
N150,7
MWB 1 122,1; Bearbeiter: Plate
ahei
Interj.
→ ahî
MWB 1 122,5;
aherunse, aherunst
stF.
‘Wasserlauf, Fluss’
der tobete so harte, / daz ern wielt witze noch chunst. / diche vieler in die aherunst [in fluvium Mosam]
Serv
3132;
min guͦt [...] mit ahe und aherúnsen UrkCorp
1870,18
MWB 1 122,6; Bearbeiter: Plate
ahganc
stM.
‘Wasserlauf, Strömung, Flussbett’
der marcrâve zôch zehant / gein dem wazzer Larkant / daz ors an sîner hende / bî maneger steinwende / unz in des wazzers ahganc Wh
59,25;
ouch hete mangen ahganc / Larkant, daz snellîchen vlôz ebd.
41,2;
swâ sô daz wazzer abschabet deme lande, daz hât der verlorn, des daz lant ist. brichet ez aber einen nûwen ahganc, dâr mite verlûset her des landes nicht SSp(W)
2:56,2;
der ahganc, ab her vertrûget [wenn er vertrocknet]
ebd.
2:56,3
MWB 1 122,11; Bearbeiter: Plate
ahî
Interj.
auch ay, ahei, ahiu.
Ausdruck des Schmerzes, der Bewunderung und des Verlangens, vor Ausrufe- und Wunschsätzen und in emphatischer Anrede:
ahî, wie kristenlîche nû der bâbest lachet Walth
34,4;
Hartman der Ouwære / âhî, wie der diu mære / beid ûzen unde innen / mit worten und mit sinnen / durchverwet und durchzieret! Tr
4622;
âhî vrou junge künigîn / sprach aber der truhsæze dô ebd.
9856;
ay ritter guot, waz mahtu sîn? Parz
123,21;
ay helfelôser Anfortas, / waz half dich, daz ich pî dir was? ebd.
330,29;
si sprechent ahie, wel ain win! RvEWh
9821;
ahî, solt ich die schœnen noch nach mînem willen schowen! SM:Ta
4: 1,5;
ahei, waz si freuden phlac / und allez ir gesint! Ottok
73074.
32725.
73283;
ahie HvFreibTr
1366;
ahiu ebd.
4476;
â hui! NvJer
18927.
– Vgl. Suolahti 1,46 und Rosenqvist 1,69
MWB 1 122,21; Bearbeiter: Plate
ahlês
Interj.
Zusammensetzung aus ach und lês ( →
lêwes
)
Ausdruck der Klage:
ahles welihes muͦtes die sint. die ir uorderen sone erent. so si mit rehte tuͦn scolten JPhys
25,6;
ahlês, ir frîen frouwen / [...] waz sol sich iuwer reiner lîp / genieten swære umb iuwer man KvWTroj
23276
MWB 1 122,39; Bearbeiter: Plate |