a – abebrëchære, âbrëchære abe brëchen, âbrechen – abe drumen abe|ein – abe ertwingen abe ervëhten – abegezogen abegezogenheit – abe houwen abehouwunge – abelæge abe lantscheiden – abe lœsen abelœsunge – âbentganc âbenthan – âbentsunnenschîn âbenttanz – aber|æhter abe rechenen, abe rechen – aber|schâch abe rücken – abe schieʒen abeschiht – abeslac abe slahen – abe stîgen abestôn – abetragære abe tragen – abe vâhen abeval – abe wahsen abe wæjen – abe weschen abeweschunge – abe ziehen abeziehunge – âbrëchære âbrëchen – achter-, ahter- achwent – ackervruht ackerwërc – adellich, adellîche(n) adelmuoter – âderslahen âderstôʒ – affensmalz affenspil – afterbier afterblunder – aftermuoder aftermûre – afterwort afterzal – agleister agleistervar – ahselrote ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp ahten – âhui ahzec – alamande alanc – alde aldê – algorismus alheit – allergotesheiligentac allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet allersêlentac – allwent Alman, Almân – alp alpha – al|tagelich altære, altâre, alter – alters|eine alterstat – altmæʒec altmüede – alwaltecheit alwaltende – ambahtære ambahte – âmehte âmehtec – ametiste âmezûber – amt âmügel – anderheit anderleie – andorn andouge – ane bereiten ane bërn – anebot ane botwarn – ane draben ane dræhen – ane errâten ane ersëhen – anegedenken anegedenklich – anegeslaht anegeslöufe – anegrîfunge ane grînen – aneheftec ane heften – aneinander ane jagen – ane komen ane koufen – aneleitrëht aneleitunge – 2ane merken anemerkunge – ane phîfen ane phlanzen – anerüeftec ane rüeren – aneschouwede aneschouwelich – anesidel, anesedel ane sîfern – ane sniudeln ane snöuwen – ane springen anespruch – ane strîten ane stroufen – ane trëten ane trîben – anevëhtigunge anevëhtlich – anevluʒ ane vordern – ane weigen aneweigunge – anewîsunge ane wonen – angelisch angeln – angestnôt angestsam – ankesmër anlamin – antlæʒec antlâʒen – antsmër anttac – antwîch antwürkæreknëht – apfelrîs apfelrôt – ar âr – arc|haft arche – ardell ardîse(n) – armbendec armbouc – armiure armlëder – arnebote arnen – art art – arzâtîen, arzedîen arzâtîn – âsblâsende ascalamus – â|schildes aschlouch – aspentier aspindê, aspindei – astronomierre astronomus – atrament atte, ette – avelen âventiurære – â|witzec â|witzen – âʒ|zît
|
abe bliuwen
stV.
‘herunter schlagen’
[Nüsse] werdent [...] mit arbeiten [vom Baum] abe gebluͦwen TrudHL
101,21
MWB 1 7,7; Bearbeiter: Plate
abe blœʒen
swV.
‘etw. bloß legen (von etw.)’
harnoch so brichet man und bloͤsset die bletter abe, daz die sunne sunder alle mittel múge uf die fruht [Traube] sich gegiessen [eigentlich wohl: den Rebstock von Blättern abe blœʒen, hier mit Verschiebung der Bezugsgröße: die Blätter
~
]
Tauler
33,15
MWB 1 7,10; Bearbeiter: Plate
abe blundern
swV.
→ abe plundern
MWB 1 7,17; Bearbeiter: Plate
abe bornen
swV.
→ abe brennen
MWB 1 7,18; Bearbeiter: Plate
abebrëchære, âbrëchære
stM.
(â-
Renner u. HvNstVis )
‘jmd., der Abbruch tut’ (zu abe brëchen 4.2):
diebe, roubære, abprechære MünchnGlB
111;
die abbrecher, die [...] schône lebent mit dem roube, den sie an iu begênt PrBerth
1:58,25.
35,22.
59,7
u.ö.;
rouber, diebe und wuocherer, [...] âbrecher und gîtiger Renner
4694
u.ö.;
(anima spoliatoris:) ôwê mir vil armen! [...] ich waz ein apprechêr PassSpW
257.
273;
HvNstVis
167
MWB 1 7,19; Bearbeiter: Plate
abe brëchen, âbrechen
stV.
tr., intr. nur vereinzelt, vgl. Eracl unter
2
und NvJer unter
6
; âbrëchen nur Renner
8266.
1
‘etw. reißend oder brechend lostrennen (von etw.)’
2
‘jmdm./sich Knochen, Gliedmaßen brechen’ , intr. und tr. (refl. nicht belegt) 3
‘etw. (Errichtetes) niederreißen oder abbauen’
4
‘jmdm. etw. wegnehmen, entreißen, rauben, vorenthalten, entziehen’
4.1
‘etw. (Kleidung, Rüstung) vom Leib reißen / herunterreißen’
4.2
‘jmdm. Besitz entreißen, durch Diebstahl, Wucher, ungerechtes Urteil, als Kriegsbeute usw. abgewinnen’
4.3
‘jmdm. Abbruch tun an seinem Ansehen, jmdn. verleumden’ , subst. 4.4
‘jmdm. etw. vorenthalten, versagen, entziehen’
4.5
‘sich einschränken hinsichtlich der Befriedigung elementarer Lebensbedürfnisse, Askese üben’
5
‘etw. beenden, (vorzeitig) aufhören lassen’ . 6 intr. ‘sich losreißen, entfernen’
1
‘etw. reißend oder brechend lostrennen (von etw.)’
in den kemennaten / brachen sie die zirde abe Herb
16310;
die zwene este des heiligen crûces, die waren do beslagen mit golde vnd mit edelem gesteine. das brachen si abe Konr
11,34;
swelich ros einn gespalten fuez hat, dem prich daz eysen ab Albrant
1,11
u.ö.;
[Nüsse, die] uon dem boume risen [...] sint [...] nicht so warm so di abegebrochene SalArz
15,23;
daz man in [Rosenblättern] die zipfel niden abprech BdN
344,27;
ein lindez brôt nam er dar în, / des brach der hôchgeborne knabe / ein lützel unde ein wênic abe KvWHvK
65.
73;
daz Atropos / disen vaden [...] so schier ab prach Krone
295.
– übertr.:
di boshait von wurzin abzibrechinde ist BrZw
33;
ovch hat er abgebrochen / ein teil, do der worte was ze vil ReinFu
K,2262;
[Jesus] sprach (des Lucas gestêt): / „daz ist der kelch sô genent / di nûwe ê, ein testament / in mîme blûte daz dâ wirt / durch ûch vergozzen unverirt.” Marcus und Mattheus sprechen / „daz ist mîn blût”; si abebrechen / den kelch und geswîgen des JvFrst
2084;
ebenfalls als übertr. hierher?:
der strît heizet agonia / von agon abgebrochen [abgeleitet] / und dâ von gesprochen. / agon bedût ein ringen ebd.
3683
2
‘jmdm./sich Knochen, Gliedmaßen brechen’, intr. und tr. (refl. nicht belegt):
dar zuo im abe der arm brach Er
4214;
sich fuegt ainsten mein ungemach / das ich mir [
mir fehlt Hs.!] ein pain abprach Teichn
632,2;
sant Martin, dem er [Teufel] ein rippe ab prach PrBerthKl
5,56;
des kom der tievel in dîn leben / und breche dînen hals abe Eracl
1477;
GTroj
19850.
–
‘jmdm./sich den Kopf, Fleisch abreißen’
das hobett er ime abe brach / mitt sinen henden GTroj
23215;
[ein Bär] geweltigot im den arm, / daz flaisc er ime allez abe brach, / daz bain er gar nacket sach Rol
3078;
der keiser selbe sluͦch sich selben vnd brach vͦz sin har, vnd sin fleisch prach er abe vnd missemachote sin antlucz Konr
14,108
3
‘etw. (Errichtetes) niederreißen oder abbauen’
sie hân [...] eine burc vollenbrâcht, / [...] die wolle wir abe brechen LivlChr
3781;
das nieman dem anderen indewendig der mvren umbe dehein missehellunge [...] sol abe brechen weder hus oder hof UrkCorp
829,32
u.ö., s. WMU 1,15.
die maur [...] abprechen und wider buwen StRAugsb
137,26.
– absol.:
daz se abe bræchen [das Lager] bî dem mer / und vor tage kœmn mit sîme her Parz
731,17
4
‘jmdm. etw. wegnehmen, entreißen, rauben, vorenthalten, entziehen’
4.1
‘etw. (Kleidung, Rüstung) vom Leib reißen / herunterreißen’
den roch si ime abe brâchen Gen
1802;
swenne sich der prester so missehaltet, daz man in entzezen sol, so brichet men ime die leppen [Beffchen] abe Lucid
87,14;
sî brach ir rîsen ab in zorn Wildon
2,325;
Mennes der slûch Alexandern zû der erde. / aldâ wart ime der helm abgeprochen VAlex
1267;
UvZLanz
3627;
Lanc
234,11
u.ö.
4.2
‘jmdm. Besitz entreißen, durch Diebstahl, Wucher, ungerechtes Urteil, als Kriegsbeute usw. abgewinnen’
ob ez [Gut] im mit raub oder mit diupheit abe gebrochen sî SpdtL
101,17;
sô brechent sie den liuten abe / mit ir wuocher alle ir habe LvRegFr
832;
wer dem ander sin tuͤr ufstoͤzzet und sin kannen abe brichet oder ander sin guͦt nimt, raublich oder dieplich WüP
40,2;
rihter und vürsprechen / die man den liuten siht âbrechen / ir guot mit valscher urteil Renner
8266,
ähnl.
SHort
5002.
– mit partit. Gen.d.S.:
wie vil des roubis were / des da uf der selbin vart / dén heidin abe gebrochin wart RvEWchr
28230.
– mit Ersparung des Akk.d.S.:
der herzog im zogte nâch, / und ê der kunic kom über daz In, / der herzog erfuor in / und brach im grôzlichen ab Ottok
8920.
17227.
– Wendung an den / ûf der strâzen ~
:
an den strâzen man ab brach / pilgrînen und koufliuten Ottok
1360;
sy hat gestolen, gelogen und geprant, / darzu peraubt das lant, / abgeprochen auf der strassen HvBurg
5813.
– übertr., jmdm. das Leben
~
‘rauben’
[Pilatus sündigte, weil er ungerechtes Urteil über Jesus sprach] und brach im sô sîn leben ab JvFrst
7028
4.3
‘jmdm. Abbruch tun an seinem Ansehen, jmdn. verleumden’, subst.:
ich [personif. Liebe] bin [...] die die zu keinen stunden / mag horen abebrechen oder muͤrmelongen [Gemurmel, Gerüchte] , die die nie hait missesprochen / eyme andern Pilgerf
2286
(s.a. die Personif. Abebrecherîe)
4.4
‘jmdm. etw. vorenthalten, versagen, entziehen’
pligestu das auch tuen, / so dir einer gedienet hat / und ze seinem zil von dier gat, / sein lon im ab brechen? HvBurg
681;
das merkch also das [bei der Auferstehung] nicht wird abgeprochen / dem leib weder fleisch, har noch pain / [...] der leib nimett wider gar / was einem wunneklichen leibe zimet ebd.
4114;
daz mich [Christus] der tot her wider gab / und enhat mir nicht gebrochen ab, / als enkan her nicht enthalden / den jungen noch den alden / her enmuze ganz uf irsten HeslApk
2578.
– mit partit. Gen.d.S.:
daz man îr sele des [Stiftung für ein Jahrgedächtnis] niemer sol abegebrechen, swie not einer priorin [...] phenning ist UrkCorp
696,30
4.5
‘sich einschränken hinsichtlich der Befriedigung elementarer Lebensbedürfnisse, Askese üben’
dc ist dc du dir selber als uil abbrechest an ezzende vnd an trinchende. vnd an allen dingen. dc du reht och gruͤn werdest vor hunger PrSchw_(St)
2,225;
von dem abbrechene des trankes Seuse
46,12;
in einem abbrechende an slaffende, an essende und an trinckende ebd.
473,21.
426,19;
da pey solt der mensch leren / und praͤch seim slaff ab / smorgens, weil man mezz hab Teichn
382,23.
– ohne Angabe eines Bereichs der Askese:
die vor von zartheit sich selber kum getruͦgen, die brechent nu in selber ab und vindent nuwe fúnde grosser strengheit Seuse
448,3.
365,24 ).
5
‘etw. beenden, (vorzeitig) aufhören lassen’.
– ein Gespräch, eine Erzählung:
awe! / daz er uns niht des buͦches me / in tuͤtshe hat gesprochen! / er hat ez abe gebrochen / da ez was aller beste Rennew
10262;
so brach si di rede mit ime ab swa si mochte HlReg
68,20;
Kreuzf
5590;
HvBurg
6166.
6170;
MinneR 240
168.
– anderes:
seint mein [der Weisheit] schul ist ab geprochen, / so wiͤrt uͤbel getan und gesprochen Teichn
397,153;
brich ab din ungnedickeyt, / spreyt mir din gnad, oder ich bin dot MinneR 240
61
6
intr. ‘sich losreißen, entfernen’
und dâmit her abe brach / machinde sich an dî vlucht NvJer
26621
MWB 1 7,28; Bearbeiter: Plate
Abebrëcherîe
F., Personif.
‘üble Nachrede’
han ich ein phert? Abebrecherige, / war umb hait sij das gesagt? Pilgerf
8722
(vgl.
abe brëchen
4.3
)
MWB 1 9,31; Bearbeiter: Plate
abebrëchunge
stF.
‘Askese’ (zu abe brëchen 4.5):
fasten [...] odir ettliche ander abebrechonge Pilgerf
2191;
Mechth
2:3,9
MWB 1 9,34; Bearbeiter: Plate
abebrennære
stM.
zu abebrennen 1 (vgl. auch brennære):
rawær und abprennær [...] ettelichen beraubet er, [...] ettelichen brennet er daz haus PrOberalt
93,14
MWB 1 9,37; Bearbeiter: Plate
abe brennen
swV.
tr. und (wie das stV. abe brinnen) intr., md. auch abe bornen ( Albrant ); das Part.Prät. mit sîn kann tr. oder intr. verstanden werden.
1
‘niederbrennen, durch Feuer vollkommen zerstören / zerstört werden’ (v.a. von Gebäuden) 2
‘etw. durch Verbrennen entfernen, absengen, ausbrennen’
1
‘niederbrennen, durch Feuer vollkommen zerstören / zerstört werden’ (v.a. von Gebäuden):
swaz in der inren mûre was / [...] daz brander allez samet abe En
12146;
sin habe [...] brant im der doner abe StrKD
36,12;
Tr
8999;
HvNstAp
13997;
sie rûment gâhes daz lant, / [...] sô gar ist ez allez abe gebrant Loheng
4079;
obe daz hus abe brante, daz si ez wider machent UrkCorp
3514,16
2
‘etw. durch Verbrennen entfernen, absengen, ausbrennen’
nym eyn gluende ysyn unde borne dy muche [die Mauche, eine Fußgeschwulst der Pferde] gar abe Albrant
3,60;
wie si mit der hitz der riwe ab brennen scholten diu unsaubercheit der suͤnden PrOberalt
114,17;
die sint [...] sicher zuͦ gotte ze komende, als alles das abgebrant ist in dem vegfúre, das si hie inne nút luterlichen gelebt hant Tauler
242,15
MWB 1 9,41; Bearbeiter: Plate
abe brësten
stV. intr.
‘brechen, abbrechen’
der schaft muͦst ab bresten / von disem stiche starch Rab
652,1;
die wunschten alle [...], daz daz selbe swert / in dem angel [Verlängerung der Klinge im Heft] ab bræste Ottok
77078;
unvirsunnin er do viel / ab sinim stuͦle hinder sih, / [...] das im in des valliz not / dú kel abrast [er sich den Hals brach]
RvEWchr
22226;
mir ist [in Liebesleid] an dem herzen wê, / [...] ich wæne, ez welle mir presten abe UvLFrd
39,29
MWB 1 9,61; Bearbeiter: Plate
abe bringen
V.
1 herunter, zu Boden bringen; im Kampf: ‘jmdn. niederringen’
2
‘etw. / jmdn. (mit Mühe, gegen einen Widerstand) wegbringen, entfernen’
2.1
‘etw. (Anhaftendes, Festsitzendes) ablösen’
2.2
‘jmdn. vom Ort einer Gefahr fortbringen, retten’
1
herunter, zu Boden bringen; im Kampf: ‘jmdn. niederringen’
starc si wurgten sich mit in, / doch brâhten si abe die sarrazîn. / die buten nu gevangen sich Kreuzf
5226.
– übertr.: ‘jmdn. zugrunde richten’
also hat der mensch genueg / deu da mit im sind gar chlueg, / dw weil er ist pey reicher hab, / untz daz si in pringent ab, / und sein reichait haben besezzen Teichn
17,32
2
‘etw. / jmdn. (mit Mühe, gegen einen Widerstand) wegbringen, entfernen’
2.1
‘etw. (Anhaftendes, Festsitzendes) ablösen’
di melde [die Pflanze Melde] gesoten oder ro gestosen unde uf di bosen nagele geleit, brenget si abe Macer
45,4;
waz man an ein mawr tuͦt, / ez sey swartz oder pluͦt, / daz chan nieman pringen ab Teichn
215,149
2.2
‘jmdn. vom Ort einer Gefahr fortbringen, retten’
abe het vil der sînen brâht / der lantgrâve, wande er in / wolde ein stête helfer sîn Kreuzf
3254;
auch gegen jmds. Willen:
wen wir dâ senden hin, / ungehôrsam sie dem sîn, / [...] / ich mûz selbe abe bringen sie ebd.
2694
MWB 1 10,7; Bearbeiter: Plate
abe brinnen
stV.
intr., md. auch abe burnen ( StRFreiberg ), vgl. das swV. abe brennen
1
‘niederbrennen, völlig zerstört werden’ (in allen Belegen von Gebäuden) 2
‘wegbrennen’
1
‘niederbrennen, völlig zerstört werden’ (in allen Belegen von Gebäuden):
daz divͤ hevser ab brunnen / vnd daz die hofstete bloz wurden UrkCorp
1399,40.
2346,5.
2736,34;
ist ouch, daz dazselbe hus abeburnet, wil he iz wider buwen [...]
StRFreiberg
28,29
2
‘wegbrennen’
die hant er in daz fiur stiez / [...] / unz diu hant gar abe bran Kchr
5032
MWB 1 10,28; Bearbeiter: Plate
abebruch
stM.
bergm. ‘Stollen, in dem abgebaut wird, das Abgebaute’
und sint oͧch du appruͦch da [in verliehenen Fronbergen] unser UrkFreiburg
3:127,9
(a. 1309)
MWB 1 10,37; Bearbeiter: Plate
abe büeʒen
swV.
‘sühnen, verbüßen’
vnd dar vmb sol im der suͤnder niht gedenken, daz er mit der chlainen puͦzz die im der priester geit gantzew puͦzz ab puuͤzz fuͤr ein tot suͤnd RechtssA
B62,26
MWB 1 10,41; Bearbeiter: Plate
abe burnen
stV.
→ abe brinnen
MWB 1 10,45;
abeburt
stF.
‘abortus, Frühgeburt’
[
daz kraut
] macht abpurt in den swangern frawen, alsô daz si der kindel ê der zeit genesent BdN
421,33.
In 2FremdWB 1,23 irrtüml. als Erstbeleg für das Lehnwort abort aus lat. abortus angeführt
MWB 1 10,46; Bearbeiter: Plate
abe bûwen
swV.
‘jmdm. durch bûwen widerrechtlich Land abgewinnen’
ob ein man den anderen beclaget, daz he ime sines erbes icht abe gebuwet habe UrkBresl
62
(a. 1295)
MWB 1 10,51; Bearbeiter: Plate
âbêcê
stN.
‘das ABC’
1 die Buchstaben des Alphabets 2 das Alphabet als Ordnungsschema 3 übertr., die Anfangsgründe von etw.
1
die Buchstaben des Alphabets:
ich lêre in daz â b c; / des enhât er niht mê / noch gelernt wan daz â StrAmis
295;
er lêrte in die karacter ê / in kriecheschem daz abc UvEtzAlex
1278;
der maister [...] lerte es alczehant / nach der juden sitte / alef und beth da mitte, / als man úns leret abc WernhMl
5001;
vgl. auch
der meister [...] lêrte in die buochstaben: / a b c d e. / daz tet im an dem êrsten wê AristPhyll
73.
–
Kyot [...] verworfen ligen vant / in heidenischer schrifte / dirre âventiure gestifte. / der karakter â b c / muoser hân gelernet ê [
karakter hier nicht ‘Buchstaben’, sondern ‘magische Zeichen, Zauberzeichen’, vgl. Nellmann, Parz., S. 666
]
Parz
453,15
2
das Alphabet als Ordnungsschema:
wan als verre der buochstabe stat in dem a b c, also mengen tac stat der tac in dem kalendario MNat
18,11;
für paz well wir sagen von ainem iegleichen tier aigencleichen, und des êrsten von den, der nam sich ze latein anhebt an ainem a, dar nâch an ainem b, reht als daz abc stêt BdN
119,25.
311,9.
427,9.
–
‘Abecedar’:
dis a b c getichtit ist / nach der gebort Jhesu Crist / [im Jahre 1321
]
Abecedar
141
3
übertr., die Anfangsgründe von etw.:
daz ich vier und sehzic jâr / ze schuole hân gangen [...] und kan noch niht daz a b c / der künste, diu gein himel ziuhet Renner
17908;
VitasPatr
321,22;
MinneR 481
829
MWB 1 10,55; Bearbeiter: Plate
abe dienen
swV.
refl., ‘sich freidienen durch Erträge’ (vgl. HRG 3, 1119-1126, Artikel Nutzpfand):
setzet ain man [...] ain erbguet [...] und darnach stirbt der wirt [...] da musten es die chind von erlost haben, wann der gelter [Gläubiger] was je der nagst erb, oder si muesten ims als lang haben lassen, unz es sich abgedienet hiet StRWien
147;
ähnl.
DRW
1,30
(SteirLArch.; a. 1299);
si [die Zehnten] heten sich gedienet ab / umb daz guot, daz er gap / bischolf Uolrichen Ottok
24172
MWB 1 11,19; Bearbeiter: Tao
abedienest
stMN.
zu einem ~
‘zu Totsatzung (verpfändet)’ (d.h. zu der Bedingung, dass die gezogenen Pfandnutzungen auf Schuldentilgung angerechnet werden):
widemgüter, welche her H. weilent pharrer zv Voytsperch versatzt dem [...] D. [...] wider seiner sel hail [...], sind [...] von dem selben D. in des P. gewalt zu aim abdienst choͤmen DRW
1,32
(SteirLArch.; a. 1299)
MWB 1 11,29; Bearbeiter: Tao
abe dingen
swV.
1
‘mit jmdm. etw. vereinbaren, sich durch Verhandlung mit jmdm. über etw. einigen’ . 2
‘eine Abgabe entrichten, eine Geldbuße zahlen’
1
‘mit jmdm. etw. vereinbaren, sich durch Verhandlung mit jmdm. über etw. einigen’.
–
mit jmdm. (umbe) etw.
~
:
ist, daz der herr oder die frawe mit dem èhalten niht abdingent und dheinerley guͦt dar umb nement heimlich oder offenlichen, so sol der richter chein puͦzz auch dar inn haben OberBairLdr
32;
wan si iaerichlichen mit den richtern abdingen muͦsten, daz si si dez swern ùber hùben ebd.
266;
so sol er abdingen vmb pfenning mit dem herren [...] nach des weins wert UrkWSchott
140
(a. 1312).
– mit Dat.d.P. und Akk.d.S.:
swer mich von mîner erden / wil trîben [...], / der wizze daz ich niemer abe / iht stôzes [Hs.: Ich stozzen
] im gedinge [Hs.: dinge
] . / hie muoz in eime ringe / der kamph benamen enden / mit swerten und mit henden KvWSchwanr
774.
– in der Wendung lîp unde guot/habe ~
‘freien Abzug aushandeln’
do sie so haten gestriten [...], / daz volc sich allez do irgab / dingetin lib unde gut ab Macc
12326;
den lîb, darzû ir habe ~
NvJer
6847;
den lîb und ouch dî habe ~
ebd.
17840
2
‘eine Abgabe entrichten, eine Geldbuße zahlen’
wer sein zechent ze rechter zeit nicht geit, dem verpeut man sein pau wol mit recht, untz daz er aller ding abdingt mit phenning oder mit wein StRWien
114;
ist aber daz [...] iemand wandel vervallen ist und dingt darumb ab, da schol den vogt daz dritael von angevallen und den apt di zwae tail WeistÖ
8,2:958,5.
8,2:957,9
MWB 1 11,37; Bearbeiter: Tao
abe donen
swV.
→
abe döuwen
MWB 1 12,1;
abe döuwen
swV.
‘dahin siechen’?
abdöuwen, nâch verwesen / der etica [hektischem Fieber] gelîche / bin ich vil dicke gewesen, / kein arzenîe wart nie so rîche / diu mir ze helfe kæm an krefte laben Hadam_(Sch)
471,1.
Zu töuwen
‘ dahin sterben’ oder döuwen
‘verdauen’? Var. abe donen swV.
Hadam
471,1
‘herabsinken’? (so die Anm.z.St.)
MWB 1 12,2; Bearbeiter: Tao
abe drengen
swV.
‘jmdm. etw. abnötigen’
[der deynstman, der] daz land robet, synes herren lute schezzet myt unrechte, synem herren phenninge abedrenghet MGHConst
3:521,4
(a. 1296 kopial?)
MWB 1 12,9; Bearbeiter: Tao |