âsen
swV.
1
‘jmdn. (als âs) fressen, verzehren’
2 refl. ‘zu âs werden’
1
‘jmdn. (als âs) fressen, verzehren’
er heizzet dich an den galgen hâhen, dâ beginnent dich die vogele âsen Gen
1978;
dâ muosen in die vogele âsen als ime was geskeiden ebd.
1987
2
refl. ‘zu âs werden’
wen ich han gesprochen daz / [...] / daz Michael dan blaset, / als allez vleisch sich aset / daz in der erden schulet / und zu erden ist irvulet HeslApk
20202
MWB 1 378,40; Bearbeiter: Schnell
âsenboum
stM.
→ ensboum
MWB 1 378,48;
â|setze, abesetze
Adj.
‘unbesetzt, vakant’ (vgl. abe setzen):
ob die abtige [das Amt der Äbtissin] asezze waͤre UrkCorp
N226,12;
so das romischi rich asetzi ist MGHConst
5:290,29
(a. 1316);
wirt ein [Hof] hie asezze, das in einer wil verkoufen unde einen andern gewinnen WeistGr
1,671
(a. 1320);
wer dz der lehenlúte deheiner sin guͤter absetz liess ligen jor vnd tag oder me, es ist dem probst vnd dem gotzhuse verfallen ebd.
4,95
(a. 1354).
– von Personen ‘ohne Sitz’
ist auch dehein schöffel osetze da, den sol der herre do setzen an die stat do er billich sitzen sol WeistGr
1,700
(a. 1336)
MWB 1 378,49; Bearbeiter: Diehl
asiânisch
Adj.
‘asiatisch’
her ni lîz si nî gehirmin, / vnz er gewan ci sîner hant / elliu asiânischi lant Anno
9,8
MWB 1 378,62; Bearbeiter: Diehl
asintiton
Subst.
‘Material, das Waffen und Feuer abweist’
assyntiton das hat die chraft / und ist also werhaft / das aller stachel und eyssen / muess vor im prechen und reyssen, / es lescht alles fewr gar Seifrit
4280.
4276
MWB 1 379,1; Bearbeiter: Diehl
asisch
Adj.
‘asiatisch’
Alexander der grozz kvͤnich von Chriechen der regnocht vͤber ellewͤ asischew lant zuͦ Orient GestRom
9
MWB 1 379,6; Bearbeiter: Diehl
asma
stN.
‘Asthma’
und rainigt die lungel und ist nütz für des âtem gepresten, [...], der asma haizt BdN
410,17;
si ist gut fur den husten vnde fur daz asma daz ist di chiche SalArz
104,19
MWB 1 379,9; Bearbeiter: Diehl
â|smac
stM.
‘Beigeschmack’
das von den wynkern eyn osmak der wyn gewynnet Pelzb
135,34;
wen si czwiviln, ob di vas sint reyne, so nemen sy vnde begisin di vas mit peche. do mitte benymt man den osmak des gevesis ebd.
136,19;
edel win muz nieten [hinnehmen] / von swachem vazze asmackes sich Frl
5:35,5
MWB 1 379,13; Bearbeiter: Diehl
â|smachaft
Adj.
‘mit einem Beigeschmack’
ouch sint di wyn der genantin stat der naturen, das si lichtlichin osmakhaft werdin Pelzb
136,26
MWB 1 379,20; Bearbeiter: Diehl
â|smeckec
Adj.
‘mit einem Beigeschmack, ungenießbar’
asmeckich wirt in drin tagen der visch, ouch wirt der gast vil gerne ummere Meissner
10:6,5;
[die Menschenfresser] sprechin das allis andir vleysch si osmeckic kegin menschin vleysche MarcoPolo
52,16
MWB 1 379,23; Bearbeiter: Diehl
â|smeckende
Part.-Adj.
‘mit einem Beigeschmack, ungenießbar’
ab der wyn sy osmeckinde wurdin von dem vasse Pelzb
119,35
MWB 1 379,29; Bearbeiter: Diehl
asp
swF.
eine Giftschlange (vgl. aspentier):
von der aspen. aspis haizt ain asp. daz ist ain slang wahsvar oder gel. diu læzt vergift in irm piz BdN
262,12;
diu asp schadet den läuten von dem land Africa niht ebd.
262,32;
und der aspen ist gleich, dy do vor dem czaubrer verstupht ir oren PsMb
26(Glossar).
– oft in der lat. Form:
aspis, aller natern bœste unde wirste PrBerth
1:71,23;
gein aspîs, ecidemon, / ehcontîus unt lisîs, / jêcîs unt mêatrîs / (die argen slangenz eiter heiz / tragent) Parz
481,8;
aspis ein wurm geheizen ist, / der zuo der erden strecket / ein ôre, und in daz ander stecket / sînes zagels ort KvWLd
25,1;
Herb
9255.
– in Verbindung mit basiliske als Symbol der Sünde und des Todes:
uf dem basilisco / und uf der bosen aspide / saltu [Satan] gen! Vät
31989;
Georg
4200
MWB 1 379,32; Bearbeiter: Schnell
aspan
stM.
→
eʒʒischban
MWB 1 379,48;
aspe
swF.
‘Espe, Zitterpappel’
nim di keueren [Kätzchen?] di da wachsen an den aspen. vnde stoz di mit aldeme smere SalArz
31,14;
etelîche böume die sint ûzen an der rinden gar sleht unde bringent niemer deheine guote fruht, als die aspen und die birken und etelîche ander böume PrBerth
1:158,37;
tremulus: aspa SummHeinr
1:179,124.
– phras. ‘zittern wie Espenlaub’ (vgl. espîn):
die mynne mir daz hertz uff huͤb, / daz ez von senender luͤste / fur schockent in der bruste / und wagent sam ein aspe Minneb
3283
MWB 1 379,49; Bearbeiter: Schnell
aspentier
stN.
eine Giftschlange (vgl. asp):
unt sie [Cleopatra] hiez ir gwinnin zwei aspin tier, die sint der nâtûre: swen sie bîzint, den gêt der slâf ane unt alsô slâfinde mûz er sterbin. die zwêne wurme satzte sie an ir bruste PrMd(J)
354,1
MWB 1 379,60; Bearbeiter: Schnell
aspindê, aspindei
Subst.
Name einer nicht brennbaren, besonders beständigen Holzart:
von edelen holze aspindei / was daz gewerke. / daz solt ir rehte merken. / daz holz daz is tûre, / iz ne mah in den fûre / neheine wîs verbrinnen SAlex
6094;
aspindê dez holz enbrinne niht Parz
490,26;
ich [Feirefiz] stach vor Agremuntîn / gein eime rîter fiurîn: / wan mîn kursît salamander, / aspindê mîn schilt der ander, / ich wær verbrunnen von der tjost ebd.
812,22;
cipresse, kasse, mandel, mirre, zeder, [...] und aspinde, dar uz Noe di arke / worcht JTit
301,2;
sin schilt uz aspindaye. daz holtz hat chraft so starke, / daz uf Mont Synaie noch huͤte unverdorben stet diu arke, / di Noe von dem selben holtze worhte ebd.
3017,1
MWB 1 380,1; Bearbeiter: Schnell
aspis
F.
→ asp
MWB 1 380,16;
â|spræche
stF.
‘Geschwätz, Gerede’
‘sag an’ sprach der riuze, ‘wer ist mit dir dâ? / mit dîner âspræche machest du mich grâ.’ OrtnAW
234,2
MWB 1 380,17; Bearbeiter: Schnell
â|sprâchen
swV.
‘herumreden, schwätzen’
her Isingrin, ih sol ivch sagin: / ‘lant iwer asprachen sin!’ / do wart geleidiget Isingrin ReinFu
S1,631;
iuwer rede ist mir ein spel. / diu zunge ist iu vil gar ze snel / ûf üppeclîchiu mære. [...] mir ist der knappe wilde, / von dem ir âsprâchent hie KvWTroj
5207
MWB 1 380,20; Bearbeiter: Schnell
ass(e)
Adv., Konj.
→ alsô
MWB 1 380,27;
assach
stN.
‘Gefäß, Geschirr’
ein herr mit gutem wein / der yedem man fult daz sein, / waz man azzæch pringt da hin Teichn
371,15;
si sazten ûf di tische / diu vaz [La. assach
] alsô lære, / dâ von si hêten swære EnikWchr
18283;
das assech alles guldein was / do man aus as und trankch Seifrit
2497;
vnd die zwaintzich phenning, da mit man daz azzaech aller ieerlich pezzer UrkHeil
2,155
(a. 1332)
MWB 1 380,28; Bearbeiter: Schnell
assel
Subst.
‘Assel, Kellerassel’ (vgl. Anm.z.St.):
oder nim ein wúrmelin, heisset ein esel, gat in den mûren ElsArz
227
MWB 1 380,37; Bearbeiter: Schnell
assenieren
swV.
nur Part. Prät.
‘geschmückt, herausgeputzt’ (aus afrz. acesmer, nur in der Karlmeinet-Kompilation belegt):
Karlle sach do dar beneven / eynen ritter wael gezeirt / up eynem ross geassineirt KarlGalie
9565
(vgl. Anm.z.St.);
als Galia alsus in dat gevoich / gekleidet was ind gezeirt / van orde zo ende geassinieirt ebd.
10316.
10204;
da vunden si schone inde wale / manige vrouwe gehatzenieret, / mit richen cleideren gezieret MorantGalie
1077
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 1 380,40; Bearbeiter: Schnell
assidiôse
Subst.
eine (nicht näher bekannte) Heilpflanze:
ein krut assidiose wehset bi dem flumen. / [...] swer die wurtz hat in der hant zetragene, / der mac den boͤsen geisten, swaz er wil, gebieten JTit
6155,1
MWB 1 380,50; Bearbeiter: Schnell
assise
stswF.
‘Akzise, Verbrauchssteuer’ (vgl. LexMA 1,261);
Belege nur aus dem Kölner Raum:
dat die buͦrgere van Kolne die assise [...] hoen inde setzin muͦgin redeliche na ieren willen UrkCorp (WMU)
75,35.
61,37;
der busschoff solde sy [die Bürger von Köln] maichen vry / schetzingen, tollis ind assisen HagenChr
5324;
euer wilt myn here, / dat men in synen vromen kere / beer pennynge ind wege tol; / noch me myn here hauen sal / alle die molen ind die assise ebd.
2348.
2208
MWB 1 380,55; Bearbeiter: Schnell |