abe burnen
stV.
→ abe brinnen
MWB 1 10,45;
abeburt
stF.
‘abortus, Frühgeburt’
[
daz kraut
] macht abpurt in den swangern frawen, alsô daz si der kindel ê der zeit genesent BdN
421,33.
In 2FremdWB 1,23 irrtüml. als Erstbeleg für das Lehnwort abort aus lat. abortus angeführt
MWB 1 10,46; Bearbeiter: Plate
abe bûwen
swV.
‘jmdm. durch bûwen widerrechtlich Land abgewinnen’
ob ein man den anderen beclaget, daz he ime sines erbes icht abe gebuwet habe UrkBresl
62
(a. 1295)
MWB 1 10,51; Bearbeiter: Plate
âbêcê
stN.
‘das ABC’
1 die Buchstaben des Alphabets 2 das Alphabet als Ordnungsschema 3 übertr., die Anfangsgründe von etw.
1
die Buchstaben des Alphabets:
ich lêre in daz â b c; / des enhât er niht mê / noch gelernt wan daz â StrAmis
295;
er lêrte in die karacter ê / in kriecheschem daz abc UvEtzAlex
1278;
der maister [...] lerte es alczehant / nach der juden sitte / alef und beth da mitte, / als man úns leret abc WernhMl
5001;
vgl. auch
der meister [...] lêrte in die buochstaben: / a b c d e. / daz tet im an dem êrsten wê AristPhyll
73.
–
Kyot [...] verworfen ligen vant / in heidenischer schrifte / dirre âventiure gestifte. / der karakter â b c / muoser hân gelernet ê [
karakter hier nicht ‘Buchstaben’, sondern ‘magische Zeichen, Zauberzeichen’, vgl. Nellmann, Parz., S. 666
]
Parz
453,15
2
das Alphabet als Ordnungsschema:
wan als verre der buochstabe stat in dem a b c, also mengen tac stat der tac in dem kalendario MNat
18,11;
für paz well wir sagen von ainem iegleichen tier aigencleichen, und des êrsten von den, der nam sich ze latein anhebt an ainem a, dar nâch an ainem b, reht als daz abc stêt BdN
119,25.
311,9.
427,9.
–
‘Abecedar’:
dis a b c getichtit ist / nach der gebort Jhesu Crist / [im Jahre 1321
]
Abecedar
141
3
übertr., die Anfangsgründe von etw.:
daz ich vier und sehzic jâr / ze schuole hân gangen [...] und kan noch niht daz a b c / der künste, diu gein himel ziuhet Renner
17908;
VitasPatr
321,22;
MinneR 481
829
MWB 1 10,55; Bearbeiter: Plate
abe dienen
swV.
refl., ‘sich freidienen durch Erträge’ (vgl. HRG 3, 1119-1126, Artikel Nutzpfand):
setzet ain man [...] ain erbguet [...] und darnach stirbt der wirt [...] da musten es die chind von erlost haben, wann der gelter [Gläubiger] was je der nagst erb, oder si muesten ims als lang haben lassen, unz es sich abgedienet hiet StRWien
147;
ähnl.
DRW
1,30
(SteirLArch.; a. 1299);
si [die Zehnten] heten sich gedienet ab / umb daz guot, daz er gap / bischolf Uolrichen Ottok
24172
MWB 1 11,19; Bearbeiter: Tao
abedienest
stMN.
zu einem ~
‘zu Totsatzung (verpfändet)’ (d.h. zu der Bedingung, dass die gezogenen Pfandnutzungen auf Schuldentilgung angerechnet werden):
widemgüter, welche her H. weilent pharrer zv Voytsperch versatzt dem [...] D. [...] wider seiner sel hail [...], sind [...] von dem selben D. in des P. gewalt zu aim abdienst choͤmen DRW
1,32
(SteirLArch.; a. 1299)
MWB 1 11,29; Bearbeiter: Tao
abe dingen
swV.
1
‘mit jmdm. etw. vereinbaren, sich durch Verhandlung mit jmdm. über etw. einigen’ . 2
‘eine Abgabe entrichten, eine Geldbuße zahlen’
1
‘mit jmdm. etw. vereinbaren, sich durch Verhandlung mit jmdm. über etw. einigen’.
–
mit jmdm. (umbe) etw.
~
:
ist, daz der herr oder die frawe mit dem èhalten niht abdingent und dheinerley guͦt dar umb nement heimlich oder offenlichen, so sol der richter chein puͦzz auch dar inn haben OberBairLdr
32;
wan si iaerichlichen mit den richtern abdingen muͦsten, daz si si dez swern ùber hùben ebd.
266;
so sol er abdingen vmb pfenning mit dem herren [...] nach des weins wert UrkWSchott
140
(a. 1312).
– mit Dat.d.P. und Akk.d.S.:
swer mich von mîner erden / wil trîben [...], / der wizze daz ich niemer abe / iht stôzes [Hs.: Ich stozzen
] im gedinge [Hs.: dinge
] . / hie muoz in eime ringe / der kamph benamen enden / mit swerten und mit henden KvWSchwanr
774.
– in der Wendung lîp unde guot/habe ~
‘freien Abzug aushandeln’
do sie so haten gestriten [...], / daz volc sich allez do irgab / dingetin lib unde gut ab Macc
12326;
den lîb, darzû ir habe ~
NvJer
6847;
den lîb und ouch dî habe ~
ebd.
17840
2
‘eine Abgabe entrichten, eine Geldbuße zahlen’
wer sein zechent ze rechter zeit nicht geit, dem verpeut man sein pau wol mit recht, untz daz er aller ding abdingt mit phenning oder mit wein StRWien
114;
ist aber daz [...] iemand wandel vervallen ist und dingt darumb ab, da schol den vogt daz dritael von angevallen und den apt di zwae tail WeistÖ
8,2:958,5.
8,2:957,9
MWB 1 11,37; Bearbeiter: Tao
abe donen
swV.
→
abe döuwen
MWB 1 12,1;
abe döuwen
swV.
‘dahin siechen’?
abdöuwen, nâch verwesen / der etica [hektischem Fieber] gelîche / bin ich vil dicke gewesen, / kein arzenîe wart nie so rîche / diu mir ze helfe kæm an krefte laben Hadam_(Sch)
471,1.
Zu töuwen
‘ dahin sterben’ oder döuwen
‘verdauen’? Var. abe donen swV.
Hadam
471,1
‘herabsinken’? (so die Anm.z.St.)
MWB 1 12,2; Bearbeiter: Tao
abe drengen
swV.
‘jmdm. etw. abnötigen’
[der deynstman, der] daz land robet, synes herren lute schezzet myt unrechte, synem herren phenninge abedrenghet MGHConst
3:521,4
(a. 1296 kopial?)
MWB 1 12,9; Bearbeiter: Tao
abe drëschen
stV.
doch hôrte ich balde ab dreschen [loslaufen] / [...] aller hunde houfen Hadam
117,2.
118,2
(vgl. abe rihten)
MWB 1 12,13; Bearbeiter: Tao
abe dringen
stV.
‘etw. von jmdm. wegdrängen’
der vorderer sal einis urteilis biten: ab sich daz pfert intrucke, als he iz angrifen sal [beim Eid mit der Hand anfassen zum Zeichen der Besitzergreifung] , oder ab iz im abegedrungen werde StRFreiberg
90,18.
–
‘jmdm. etw. mit Gewalt abgewinnen’
waz sî heidenischir lant / hernâch mit strîtendir hant / den heidin abgedringin / mochtin unde betwingin NvJer
1758
MWB 1 12,16; Bearbeiter: Tao
abe dröuwen
swV.
‘jmdm. etw. durch Drohung abnötigen’
obe yn [den Sack] yemands [...] wolde nemen dir / und dir den wolde abe drauwen Pilgerf
3536;
Ottok
13390.
82180
(La. zu abe erdröuwen)
MWB 1 12,25; Bearbeiter: Tao
abe drücken
swV.
‘abquetschen’
in dem valle / kam undir si [Amme] der kleine knabe. / die fuͤze druchte si im abe, / [...] er muͤste iemer mere wesin / ze gende an beidin fuͤzen lam RvEWchr
27578;
übertr.:
owê da man sie hin zuchte / vnd in daz leben abdrukte Wernh
D 4926
MWB 1 12,30; Bearbeiter: Tao
abe drumen
swV.
1
‘etw. ab-, losschlagen, -reißen’
2
‘(einen Teil der Rede) weglassen, übergehen, (eine Rede) kürzen’
3 refl., ‘verschwinden’
1
‘etw. ab-, losschlagen, -reißen’
dem herren daz gar sêre vrumt, / daz er abe het gedrumt / des zagels drîer klâftern mâz HeidinIII
1506;
der vlegel danne drumet / abe die grete [die Grannen von den Ähren]
Daniel
2314
2
‘(einen Teil der Rede) weglassen, übergehen, (eine Rede) kürzen’
ein teil wolt ich han uz genumen, / zu mol wil ich daz abe drumen Physiogn
112.
330.
351;
jch wil die red trummen abe, / jch furcht, das euch zu lanck habe MinneR 1
326
3
refl., ‘verschwinden’
wann in sint unstet sinne bi [...] in wil der wille balde kumen / und wil sich schier abedrumen Physiogn
70
MWB 1 12,36; Bearbeiter: Tao
abe|ein
Adv.
‘voneinander’ (s. a. abe und ein):
er kan sie ab ein gescheiden heizen / rehte als ein hirte schaf von geizen EvStPaul
1509
MWB 1 12,49; Bearbeiter: Tao
abe eischen
V.
‘jmdn. auffordern, herunter bzw. heraus zu kommen’
uf swelchem hûse man den vridebrecher behaltet wider reht, swenne [...] man si ab eischet, [...] ergebent si sich niht herabe ûf reht, man veræhtet die burc SpdtL
218,16
MWB 1 12,52; Bearbeiter: Tao
abe|eischunge
stF.
Abforderung einer Partei oder Sache aus der Zuständigkeit eines Gerichts
ein abheischung deß gerichts vor ein ander gericht
2DWB
1:383,60
(Landrecht Saarbrücken)
MWB 1 12,57; Bearbeiter: Tao
abe enpfallen
stV.
→ abe entvallen
MWB 1 12,61;
abe entrîten
stV.
‘fortreiten’
ob sie mit Gaytin / woldin ab intritin Athis
A* 108
MWB 1 12,62; Bearbeiter: Tao
abe entstricken
swV.
‘losbinden’
dô enstrict er abe balde / sîn helm und satzt in an daz gras UvZLanz
4204
MWB 1 13,1; Bearbeiter: Tao
abe entvallen
stV.
‘abfallen’, übertr.:
und disem menschen enpfallet ab alle wúrklicheit uswendig, und er hat och iemer werkes genuͦg inwendig ze tuͦnde Tauler
189,29
MWB 1 13,4; Bearbeiter: Tao
abe en|twahen
stV.
‘abwaschen’, übertr. (wie abe twahen):
als manigen heiden er hiut sleht / iegeslîcher, als manic sêl er abe entweht / sünde und wescht sie gar ûz helle wîze Loheng
5092
MWB 1 13,8; Bearbeiter: Tao
abe entwîchen
stV.
verstärktes entwîchen:
Kei durch daz sîn dienst liez: / [...] / durch zuht entweich er [La. tet er sich
] diens abe Parz
279,6.
–
vor gedâchte er [Petrus] im [Malchus] den schopf / dar zû kurzen und den kopf; / nur zû dem ôre iz gedeich, / wan im daz swert abe entweich [aus der Schlagrichtung geriet]
JvFrst
4126
MWB 1 13,12; Bearbeiter: Tao
abe erbeiʒen
swV.
‘(vom Pferd) absteigen’
Gâwân vor im erbeizte abe Parz
562,28
MWB 1 13,19; Bearbeiter: Tao |